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Das der deutsche Film nicht gerade zu den beliebtesten gehört, dürfte jeder Filmfreund nur zu gut wissen. Für die einen ist er zu bieder, für den anderen zu simpel produziert und für wieder andere ist er allein schon aus der Tatsache heraus, dass er wohl nichts zu bieten haben wird, was über die Landesgrenzen hinaus geht, ein gefundenes Fressen für Kritik. Das der deutsche Film dabei aber mitunter maßgeblich am Aufbau der Filmwirtschaft, auch im Ausland, beteiligt war, wird gerne vergessen und nicht wenige Filme aus unserem Lande sind auch heute noch richtig gut. Was das alles jedoch mit "Black Forest" zu tun hat, mag manch einer sich jetzt sicher fragen. Nichts, um genau zu sein. Denn hier haben wir es wirklich mal mit einem ganz miesen Vertreter aus unserem Land zu tun, bei dem man nur froh sein kann, dass er absolut nichts mit dem Aufbau der Filmlandschaft zu tun hatte.

Denn dieser Film ist wirklich mit Abstand das schlechteste Horrorschundprodukt, was es so in den letzten Jahren aus unserem Land gegeben hat. Dabei könnte es im ersten Moment sogar noch ein recht solider Gruselstreifen werden, doch dieser Moment ist keine 5 Minuten lang. Es geht um die nun schon wirklich uralte Geschichte einiger Jugendliche, welche es sich in einer Waldhütte bequem machen, um dort Urlaub zu machen. Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge im Haus. Der Fernseher geht plötzlich an, die Kinderschaukel im Vorgarten fängt, ohne jedweden Grund, an quietschend zu schaukeln und einer der Typen sieht Dinge, die gar nicht da sind. Schon bald wird einer nach dem anderen von ihnen verrückt. Was ist hier los?... Klingt nach einer innovationslosen Story, welche aber vielleicht doch für nette Gruselmomente gut sein könnte. Könnte(!), wohlbemerkt. Denn leider ist "Black Forest" nur Grottenschlecht.

Die Ansätze zum Gruseln werden allesamt sauber in den Sand gesetzt, kaum ein Knarren und Quietschen bringt einen hier zum Angst haben. Die Atmosphäre ist süffig, Spannungsmomente sind nicht vorhanden und auch sonst ist hier wirklich alles der Marke "Gehts noch?" vertreten! Jedes noch so alte Klischee wird ausgepackt, das den meisten Zuschauern heutzutage jedoch nur ein müdes Gähnen abwrinkt, anstatt ihnen irgendwo auch nur im Ansatz so etwas wie einen Schrecken in die Glieder zu jagen. Und weil man die ganze Handlung von A bis Z voll und ganz vorhersehen kann, ist es mit der Frage "Was passiert als nächstes?" sowieso Essig. Kurzum, so ein dramaturgisch undurchdachtes Irgendwas von einer Grusel-Handlung hat es sicher schon lange nicht mehr im Kino gegeben.

Dazu die vielen Logiklöcher, welche hier derartig in der Handlung klaffen, dass man diese selbst als abgebrühter Horrorkenner nicht übersehen kann, selbst wenn man es wöllte. Da wird der Tag zur Nacht, während eine der Protagonistinnen die Treppe runter läuft, Kameras werden stümperhafts in irgendwelchen Handtüchern auf der Kommode versteckt und keiner der beobachteten Figuren entdeckt sie. Und natürlich wird auch hier bei der Flucht immer der Weg nach oben, anstatt aus dem Haus hinaus gewählt. Ach und eine wirkliche Erklärung für all den gruselig schlechten Spuk im Haus wird natürlich auch nicht geliefert. Anscheinend wollten die Macher, dass die Zuschauer nach dem Film darüber diskutieren, was nun wirklich geschehen ist. Nur blöd, das ihnen diese Sache eigentlich völlig und mit Vollgas am Arsch vorbeigeht.

Das alles führt dann aber immerhin dazu, dass man sich über das Gezeigte doch wahrhaft dreckig amüsieren kann. Vor allem in einer Bierseeligen Runde mit allerhand Trash-Freaks um sich rum, kann man sich an "Black Forest" dann schon immer wieder einmal königlich schlecht amüsieren, über all den Stumpfsinn, der hier mitunter fabriziert wird. Vor allem wenn man all die einschlägigen Filme kennt, aus denen "Black Forest" übrigens auch versucht zu zitieren (z. Bsp. "Ring" (Fernseher) oder "Dark Woods" (Horror im Wald)) und kläglich daran scheitert, kommt man manchmal einfach nicht drumherum, einen fiesen Lacher in Richtung Leinwand zu schicken. Auch wenn es natürlich immer noch wesentlich intensivere Trash-Perlen gibt, so ist dreckige Amüsenz zumindest beim ersten Mal gucken durchaus vorhanden.

Vor allem weil auch die Darsteller so ziemlich das Schlechteste sind, was es in letzter Zeit so in Horrorfilmen zu sehen gab. Sind die meisten Darsteller in diesem Genre eh schon meist nichts wert, so darf man diese Spacken hier gut und gerne als die Krone der Schöpfung von miesen Darstellern bezeichnen. Kennen tut man sie alle nicht und das dürfte nach diesem Film dann auch kein Wunder sein. Hier hat man wirklich das Gefühl, dass die billigsten Schauspieler von der Straße noch immer besser sein dürften, als das Konsortium, was einem hier vorgeführt wird. Uhaa....

Fazit: Wer schon lange keinen miesen, und damit meine ich wirklich miesen, Horrorfilm gesehen hat und endlich mal wieder Lust hat, sich dreckig über solch einen Film zu amüsieren, der sitzt bei "Black Forest" richtig. Aus einer ideenfreien aber durchaus soliden Grundidee, erhebt sich hier ein derartig misslungener Beitrag deutscher Horrorkunst, dass man gar nicht weiß, ob man die ganze Zeit nur Feiern soll, vor soviel geistiger Umnachtung, oder doch lieber den Saal verlassen sollte, weil einem die 80 Minuten gestohlene Lebenszeit leider niemand wiedergeben kann. Wer in der richtigen Runde sitzt und ganze Kästen von Bier ins Kino geschmuggelt bekommt, der kann für "Black Forest" vielleicht eine Karte lösen. Wobei das Ganze selbst auf DVD eigentlich nichts wert ist. Ach möge es doch jeder für sich entscheiden, was er daraus mitnimmt...

Wertung: 2,5/10 Punkte

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