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Man nehme zwei begnadete Komiker, konfrontiere ihre filmischen Normalo-Charaktere mit einer absurden Situation und fertig ist das nächste Komödienhighlight. Richtig? Falsch! Bester Beweis: Date Night - Gangster für eine Nacht. Der Film ist so seicht wie eine Pfütze in der Wüste, der Humor so schal wie ein drei Tage abgestandenes Bier und die Dialoge in etwa so spritzig wie ein Sekt ohne Kohlensäure. Dabei hat die Ausgangssituation durchaus ordentlich komödiantisches Potential.

Im Leben des kreuzlangweiligen Ehepaars Phil (Steve Carell) und Claire Foster (Tina Fey) ist längst alles Routine. Jeder Tag verläuft exakt gleich. In aller Früh müssen die aufmüpfigen Kinder versorgt werden, dann geht es in das mit mäßigem Erfolg betriebene Berufsleben (sie als Immobilienmaklerin und er als Steueranwalt) um dann am Abend völlig übermüdet ins Bett zu fallen. Einziges Highlight der Woche ist ein kinderfreier Abend, die „Date Night". Aber auch dort läuft längst alles nach Schema F. Im immergleichen Provinzlokal gibt es Kartoffelecken und belanglosen Smalltalk.
Wachgerüttelt von einem scheidungswilligen Freund versucht Phil den Teufelskreis der Langeweile zu durchbrechen und führt Claire ins angesagteste Restaurant Manhattans aus. Natürlich haben sie keine Reservierung, aber davon lässt sich der ungewohnt motivierte Phil nicht unterkriegen und schummelt die Fosters unter falschem Namen in den begehrten Fresstempel. Leider haben die beiden einem Gaunerpärchen die Reservierung geklaut, das ausgerechnet den gefährlichsten Mobster der Stadt (Ray Liotta) erpresst. Binnen kürzester Zeit wird das biedere Pärchen von New Yorker Mafiosi, korrupten wie rechtschaffenen Gesetzesshütern und einem zwielichtigen Staatsanwalt gejagt.

An den vor allem in Sitcoms durchstartenden Vollblutkomikern Tina Fey (30 Rock) und Steve Carell (The Office) liegt es nicht, dass Date Night so gar nicht zünden will. Die zwei harmonieren prächtig als braves Provinzehepaar. Leider dürfen beide nur deutlich weichgespülte Ableger ihrer erfolgreichen Fernsehrollen geben. Sowohl Carells Loser-Attitüde wie auch Feys Schnippigkeit wurden ordentlich eingebremst, was die Fosters erheblich langweiliger und austauschbarer macht als ihre TV-Äquivalente. Zwar spielen die beiden beherzt gegen das erschreckend schwache Drehbuch an, aber wo kein (geschriebener) Witz, da auch kein (Publikums-)Lacher.
Zu den platten Dialogen gesellen sich dann auch noch solch abgegriffene Albernheiten wie eine ermüdend lange Autoverfolgungsjagd mit ineinander verkeilten Fahrzeugen, oder der Auftritt des Spießerpaares in einem schummrigen Striplokal.

Gut, der Name Shawn Levy hätte Warnung genug sein müssen. Der Regisseur solch fader Lustspiele wie Voll Verheiratet, Im Dutzend Billiger und der unsäglichen Neuauflage von Der rosarote Panther glänzte bisher mit erschreckender Beständigkeit durch albernsten Slapstick, plattesten Humor und papierdünne Storys. Auch seine größten finanziellen Erfolge - Nachts im Museum mitsamt Sequel - machen da beileibe keine Ausnahme.

Wer dennoch genötigt wird, sich Date Night anzutun, der kann sich zumindest auf ein paar wirklich gelungene Kurzauftritte freuen. So parodiert Ray Liotta launig seine zahlreichen Gangsterrollen, James Franco glänzt als versiffter Kleinkrimineller im Beziehungsclinch und Mark Ruffalo schafft das Kunststück in nur zwei Minuten den ermüdenden Reigen von Belanglosigkeiten durch etwas Nachdenklichkeit zu unterbrechen. Das Cameo-Highlight ist aber ohne Zweifel Mark Wahlbergs Persiflage auf seine Unterhosenmodelkarriere und seine Gefrierschrank-coolen Actionrollen. Dieser Auftritt dürfte bestimmt auch die ein oder andere Geschlechtsgenossin Claire Fosters in Wallung bringen.
Abgesehen davon herrscht vornehmlich das große Gähnen in dieser flunderflachen Familienkomödie. Für eine eigene Date Night ist der Film damit allerdings bestens geeignet. Schon nach wenigen Minuten wird das dringende Bedürfnis nach anderweitigen Beschäftigungen nämlich garantiert nicht mehr zu unterdrücken sein.

(2,5/10 Punkten)

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