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About a Boy oder: Der Tag der toten Ente (2002)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 09.03.2003, seitdem 593 Mal gelesen


„About a Boy – oder: Der Tag der toten Ente“ ist eine der besten, witzigsten und herzlichsten Komödien der letzten Jahre.
Will (Hugh Grant) ist ein egoistischer Dauersingle, der von den Tantiemen des Songs „Santas Super Slay“ lebt, den sein Vater vor langer Zeit schrieb und daher nicht zu arbeiten braucht. Ohne große Sorgen schlittert Will von einem lockeren Verhältnis ins nächste und genießt sein Leben in Saus und Braus. Schon hier spielt Hugh Grant den Schnösel dermaßen klasse, dass man auf jeden Fall von der besten Leistung seiner Karriere sprechen kann.
Da entdeckt Will das vermeintliche Paradies auf Erden: Alleinerziehende Mütter. Die sind verzweifelt und scheinen nur auf ihn zu warten, beenden die Beziehung dann aber meist von sich aus, so dass Will sie nicht zu kränken braucht. Zumindest geht Will nach einer Beziehung zu einer alleinerziehenden Mutter davon aus und bei der Beschreibung dieser Beziehung hab ich vor Lachen unterm Tisch gelegen. Hugh Grant ist als altes Arschloch einfach glänzend; viel besser als in seiner Standardrolle á la „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ oder „Notting Hill“.

Will schließt sich einer Gruppe für alleinerziehende Eltern an und kann mit seinem Gequassel über seinen fiktiven Sohn Ned schnell bei Susie (Victoria Smurfit) landen. Über Susie lernt er auch die allerziehende Althippie-Frau Fiona (Toni Collette) und ihren Sohn Marcus (Nicholas Hoult) kennen. Als Fiona versucht sich umzubringen, kommen sich Will und Marcus näher, obwohl Will den Jungen nicht ausstehen kann. Dennoch entsteht eine seltsame Art von Freundschaft...
„About a Boy“ ist ein herziger und wunderbar englischer Film, auch wenn er von den „American Pie“ Regisseuren Chris und Paul Weitz stammt. Die Buchvorlage stammt von den englischen Autoren Nick Hornby, dessen „High Fidelity“ fast genauso witzig wie „About a Boy“ verfilmt wurde. Sehr schön ist die Tatsache, dass „About a Boy“ zwar ungemein komisch wirkt, aber dennoch Ernst bewahrt und zugleich ein wunderbar ehrliches Stück Kino bietet. So verkommt der Film nie zum Kitsch, denn auch wenn sich der egoistische Will im Verlaufe des Films bessert, so ist dennoch keine unglaubwürdige Wandlung zum Gutmenschen. Auch die Veränderungen der anderen Figuren bleiben nachvollziehbar und realistisch.
Die Story strotzt zwar nicht unbedingt vor Originalität, Spannung oder Innovationen, wird aber auch nie langweilig und unterhält über die komplette Filmlänge. Zudem ist sie selten eine reine Folie für die Gags, sondern behält einen inneren Zusammenhang im Gegensatz zu vielen anderen Komödien, die eher witzige Episoden aneinander reihen. Zudem bietet „About a Boy“ ein urkomisches Finale mit einer tollen Schlusssequenz, welche den Film konsequent zu seinem Happy End führt.

Erste Klasse sind die trockenen Gags, die zudem eine willkommene Abwechslung zu der Unmenge an platten Fäkal- und Teeniekomödien bieten. Herrlich englisch, trocken und zynisch beleuchtet der Film zwischenmenschliche Beziehungen, wobei die gemeinen Kommentare der Hauptfigur Will das klare Highlight bieten. Aber auch lustige Wortgefechte, die naiv-kindlichen Ansichten Marcus’ (teilweise über Off-Kommentar) und absurd-komische Situationen bringen den Zuschauer immer wieder zum Lachen.
Hugh Grant ist als Will schlichtweg genial und auch schauspielerisch absolut top. Herrlich spielt er hier gegen sein Image als seichter Softie an und ist einfach einsame Klasse. Ebenfalls toll ist Nicholas Hoult, der hier als Kinderdarsteller zwischen den ganzen Erwachsenen seine Rolle mit Bravour meistert. Zudem sind die Nebendarsteller (u.a. Toni Collette und Rachel Weisz) genauso klasse, dass man einen schauspielerischen Topfilm vor sich hat.

„About a Boy“ ist eine der besten Komödien der letzten Jahre, ungefähr auf einer Stufe mit den beiden „American Pie“-Filmen und „10 Dinge, die ich an dir hasse“, wenn auch stilistisch komplett anders.


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