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About a Boy oder: Der Tag der toten Ente (2002)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 20.09.2003, seitdem 1674 Mal gelesen


"About a Boy" erzählt eine herzhafte Geschichte von einem egozentrischen 38-Jährigen und einem Jungen, der in der Schule regelmäßig gemobbt wird.
Will ist sehr von sich überzeugt, wenn nicht eingebildet, muss dank eines Erfolgshits seines Vaters nicht arbeiten und stolziert meist notlügend durchs Leben. Will behauptet von sich selbst, oberflächlich zu sein. Will ist auch davon überzeugt, dass jeder Mensch eine Insel sei und er dabei Ibiza darstelle - auf eine seltsame Art und Weise ist uns Will aber sympathisch.

Marcus dagegen ist ein unscheinbarer Schüler, ein Außenseiter, dessen allein erziehende Mutter suizidgefährdet ist. Er ist im Prinzip genau das Gegenteil von Will und doch entwickelt sich zwischen beiden eine eigenartige Freundschaft. Über Umwege haben sie sich zufällig kennen gelernt, nachdem Will sich als allein erziehender Vater mit fiktivem Sohn in einer Art Selbsthilfegruppe für allein erziehende Eltern ausgegeben hat. Das erste nüchterne Aufeinandertreffen der beiden fiel im Ergebnis dann auch nur sehr verhalten aus; zu groß waren die Gegensätze: Will stylisch, trendy und modisch gekleidet, Marcus dagegen eher mit verstaubten Hosen und ökologisch abbaubaren Pullovern versehen.

Tag um Tag hocken beide in Wills Wohnung vor dem Fernseher und kommen sich währenddessen freundschaftlich näher, ohne dass dabei der Realismus wesentlich verletzt wird. Marcus wird zum ungewollten Sohn für Will und Will zur Vaterfigur für Marcus. Beide entwickeln sich persönlich weiter, gerade Will bekommt Zweifel an seiner Inseltheorie, legt sie jedoch noch nicht ab und erträgt nach dem gescheiterten Versuch einer wahren Beziehung mit einer attraktiven Frau, wie die Einsamkeit an einem nagen kann. Hugh Grant mimt Will dabei in allen Lagen bravourös, sehr menschlich und sympathisch und markiert damit die wohl beste Vorstellung seiner bisherigen Karriere. Eine ebenso große Überraschung bildet auch der restliche Cast. Allen voran Jungdarsteller Nicholas Hoult, der mit Marcus einmal nicht den Schulschönling oder das verzogene Balg verkörpert.

Ungewöhnlich, aber innovativ ließen die Gebrüder Weitz die zwei Hauptprotagonisten jeweils aus ihrer Sicht wunderbare Off-Kommentare vortragen. Zudem gelang es den Regisseuren, den Film mit charmantem und unverbrauchtem Witz, sowie viel Einfallsreichtum zu versehen. So ist "About a Boy" eine leichtfüßige, realistische Komödie mit einem Schuss Dramatik, die nicht gewöhnlich amerikanisch, sondern eben abwechslungsreich britisch einen Abend versüßen kann.


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