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St. John's Wort (2001)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 02.11.2005, seitdem 366 Mal gelesen


Ein Spieleentwickler und eine Zeichnerin besuchen das abgelegen im Wald stehende Haus, in dem Nami ihre Kindheit verbrachte. Auf den Spuren ihres Vaters, dem bekannten Maler Soichi, stöbern sie in ihrer Kindheit, die mysteriös ist wie ein modernes Gruselmärchen, manchmal auch mit der Handkamera gedreht wie ein „Blair Witch Project“ indoor. Mit zwischendurch eingeblendeten Spielszenen wirkt es wie eine Simulation in Echtzeit, was auch die Auflösung des Mysteryplots bekräftigt. Mit dem Geheimnis um „St. Johns Wort“, dem Johanniskraut oder der mythologischen Rache hat es dann doch weniger zu tun, als man erst vermuten könnte, denn: Das Drehbuch ist offen an Adventures angelehnt, erst die Räume erkunden, dann Artefakte wie Schlüssel und Aufzeichnungen benutzen und schließlich mittels eines Planes dem Geheimnis auf die Spur kommen. Die zu Haus gebliebenen Kollegen fungieren derweil per Internet als Spielleitung und Hilfestellung zugleich. Die Stärke diese Filmes liegt in der visuellen Erzählweise, übertriebene High Key Aufnahmen mit schreienden, pastelligen Farben wechseln mit surreal farbverfremdeten Szenen in satten, dunklen Farben, im Haus selbst wird es arg düster, Low Key ebenso übertrieben. Die Bildgestaltung vermag leider nur wenig das schwache Drehbuch zu kaschieren, also etwas Geisterhausatmosphäre und etwas Virtual Reality mit technischem Schnickschnack gepaart aufzubessern. Der künstlerische Touch in der Story um den Maler und seine Zwillingstöchter wird zum künstlichen Griff in die Trickkiste, womit die Geschichte um vermisste und tote Kinder optisch aufgepeppt wird, doch nicht oft unheimlich wirkt. Witzig ist wiederum, ein alternatives Ende in den Film zu integrieren. Was nach dem Abspann bleibt ist Ernüchterung statt wirklichem Schockerlebnis, denn ein Talent wie Regisseur Ten Shimoyama hätte allemal ein besseres Drehbuch für seine ausgeprägten Gruselvisionen verdient.

Fazit: Visuell ansprechend inszeniert, leider hält die Gruselstory aus der Gamerwelt nur wenig mehr als ein Film von Uwe Boll. 4/10 Punkten


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