Review

On 15th January, 1992, a parade named "Show Business Against Violence Action" was organized by certain members of the Hong Kong Show Business. Their objective is to raise the problem of Triad Society to public attention.
This parade caused worlwide attention especially those countries which have the same kind of problems, over forty overseas reporters were in Hong Kong to reveal the case.
In the meantine, the United States Senate aware of the Asian organized criminal problem and afraid that might spread from Hong Kong and Taiwan to the States. Numbers Public Hearings were called by the Senate to understand the impact caused by Asian gangsters.
For this reason, our production crew has taken a trip to the United States and Europe to reveal the inner face of the Asian Triad Society. Our first destination is New York.


Einleitungstext. Präliminarien zur damals aktuellen Debatte um den übergreifenden Einfluss der Realität auf die Filmwelt und vice versa, in dessen Verschmelzung sich Schein nicht mehr von Sein unterscheiden ließ und die Produktivität der Kunst durch den Wandel in Recht und Gesellschaft eingeholt wurde. Die Diskussion der kulturellen, sozialen und politischen Voraussetzungen und Konsequenzen der seit jeher da gewesenen, aber nun verstärkt zugenommenen und dreister gewordenen Eingriffe von Triaden in das bisher wenigstens nach außen hin glitzernde Showgeschäft wurde nach mehreren Übergriffen auf bisher sicher geglaubte Prominente wie Jet Li, Stephen Chow, Leslie Cheung, Anita Mui und damit anhand der Abhandlung erstmal auch der Öffentlichkeit konkreter Fälle angefacht. Das Auftreten erheblicher Abgrenzungsprobleme der legalen und illegalen Geschäftszweige ging einher mit einer vehementen Beeinflussung, als bisher gemeinhin angenommen oder wahrgehaben werden wollte und mitunter schwer kalkulierbaren Risiken.

Inwieweit die kurzlebige, aber in dem Zeitraum 1991 - 1993 äußerst aktive gewordene und mit durchaus klangvollen Titeln in rauer Menge zu Markte gegangene Regal Films Distribution Co., Ltd. tatsächlich eine Erörterung der bestehenden Problematik oder nur einen spekulativen Aufhänger für ein weiteres Produkt benötigte, lässt sich aufgrund fehlender Aussagen im Nachhinein leider nicht mehr debattieren. Tatsache ist, dass die erste Viertelstunde des auch danach die Thematik konsultierenden Filmes eine Reise durch die Metropolen New York, London und abschließend Amsterdam als Zentrum Europas unternimmt und anhand dokumentarischer Bilder vor Ort sowie einem zusammenfassenden voice over und diversen Interviews versucht, das Bild der allgegenwärtigen Plage von Schutzgelderpressung, Drogenhandel, Prostitution und anderer verbrecherischer Aktivitäten wie getreu in einem subsumierenden Augenzeugenbericht zu zeichnen. Viel Neues erfährt man in dem Beitrag, mehr Kolportage als Reportage und mehr schwammig als plastisch nicht, zumal es sich im Nachhinein trotz eventueller hehrer Absichten, die durchaus gegeben sein möchten und nicht gleich von der Hand zu weisen sind, eher als perfekte Ouvertüre im reißerischen Boulevardstil für die kommende Inszenierung herausstellt. Erneut ist der Übergang von der vermeintlichen Aufklärung bis zu der Bekehrung mit den Mitteln von Kamera, Ton und Schnitt ein gleitender und die Abstufung zwischen Intention, Wirklichkeit und ästhetischer Wertung so neutral, dass nur ein bescheidenes Maß an Differenzierung auftritt. Die Erwähnung eines Namens, des von Yung Wing - kam, und die Vorstellung seiner Biographie sowie die Aussicht auf sein Ende in der noch als Information und Anklage fungierenden Vorbemerkung stellt gleichzeitig den Startschuss für die Schilderung dessen Lebens dar:

Yung Wing - kam [ Max Mok ] versuchte mit drei seiner engsten Freunden, darunter seine große Liebe, per Schlauchboot von China in das scheinbar Paradies Hong Kong zu fliehen, konnte sich bei schwerem Wetter aber nur als Einziger an das feste Land retten. Noch während seiner Genesung nach der kraftraubenden Anstrengung hilft er seinem Cousin Kiu Wah [ Terrence Fok ] beim Scharmützel gegen die Konkurrenz von Hung [ Patrick Hon Jun ], um sich nach entsprechender Bewährung und der Initiation durch Commander [ Leung Gam-San ] prompt in der Riege unter Master Kan Wing - kuen einzufinden. Als Hungs Vater Blind Yee [ Jeffrey Lam ] Vergeltung fordert und dazu auch den CID Officer Tam Tak - wing [ Lo Gin ] als Unterstützung anruft, schmiedet Yung einen gefährlichen Plan. Dass seine Sinne durch die Liaison mit Kans Nichte Jackie [ Gigi Lai ] und die traumatische Trauer um den Verlust seiner Lieben abgelenkt sind, macht es noch bedrohlicher.

Nach dem überraschend ausführlich und auf dem Wege des subjektiven Journalismus genommenen Introitus benötigt man für die Aufnahme der nun speziellen, dafür aber fiktiven Handlung keinerlei erneute Ansagen oder gar die Herangehensweise über ausführlicher Charakterisierung mehr. Stattdessen benutzt man indirekt, aber mit rückwirkender emphatischer und empathischer Resonanz gerade das bisher gezeigte originale und damit immer mehr Einfluss beinhaltende Material als weiteren zentralen Reibungspunkt samt seiner resultierenden Anpassung. Ist Dick Chos schnörkellos mit allem Ballast aufräumende und in Zerstörungswut Klartext redende Regie schon allein mit dem eisernen Willen der Zielstrebigkeit durchgezogen, so gleichen sich die auf den Zuschauer einprasselnden Geschehnisse fehlender menschlicher Empfindungen zu sehr, um nicht folgerichtige Assoziationen hervorzurufen. Wo man dort die Tatortfotos wahllos im Restaurant verstreuter Leichen als Überbleibsel einer blutigen Auseinandersetzung zu geradlinigem Kommentar verfolgen musste oder durfte, bekommt man nun in einer Kunstform sui generis die Geschehnisse bis dahin in praktischer und oftmals körperbetont effekthaschender Anwendung nachgereicht. Innerhalb bestimmter Grenzen sachlich trocken. Innerhalb bestimmter Grenzen ausladend affektiv.

In perfider, auf ihre phrasenlose Weise raffinierter, wenn auch sektiererischer Überzeugungsarbeit werden die vorher gesehenen Tatbekenntnisse zahlreicher anonymer oder sonstwie nur im Dunkel der Investigation gehaltener Triadenmitglieder nun wie in blasphemischer, aber verständiger Nachahmung und damit einer wechselseitig wirkenden Einheit fixiert und reguliert. In einer recht nüchternen Formulierung, die auf jeglich majestätisch erscheinenden Heroismus und weiteren hochtraberisch salbungsvollen Mannesmut verzichtet. Die eigentlich einfache Reproduktion leicht begrifflicher Aktionen – Attentate auf offener Straße, schief gelaufene Erpressungen, schnell ins Gewalttätige abrutschende Geschäftstreffen [in denen die Revolver zwar nicht abgefeuert, aber als Vergewaltigungsinstrument und Ersatz für Vorschlaghammer missbraucht werden] – ; zusätzlich durch Stephen Tung Wais individuell handgreifliche Actionchoreographie auf einen hohen Grad der eigenschöpferischen Effizienz gebracht.

Details
Ähnliche Filme