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Neighbor (2009)

Eine Kritik von dreamlandnoize (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 22.08.2011, seitdem 696 Mal gelesen


Man liest sich ja durch´s Internet und bekommt mit, dass einige Filme in good old Germany nur komplett zerschnippelt angeboten werden. Also gönne ich mir bei jeder Jahreszeit mal eine Uncut-Fassung aus Österreich. Die Ösis können zwar in tausend Jahren noch keinen Fußball spielen, aber immerhin haben sie es gerafft, dass erwachsene Menschen Filme kaufen und sehen dürfen, wie es der Regisseur gewollt hat, und keine Affen der Zensurpolitik es einem vorschreiben. Meine Wahl fiel auf "Neighbor" und das Portemonnaie freute sich um so mehr drauf, dass dieser Film auf 3000 Stück limitiert ist und nur in einer DVD-/Blu Ray-Doppelausgabe erschienen ist. So habe ich einen Puff-Besuch in einen Film verheizt und ich sah mich wieder bestätigt, dass Blindkäufe zu nichts führen und meine eigentliche Einkaufspolitik (erst leihen & bei Gefallen kaufen) die beste und sicherste ist.

Warum der Film "Neighbor" heißt ist mir eh schleierhaft, da es sich hier nicht um die psyochopathische Nachbarin von nebenan handelt, sondern um eine Schizzo-Frau, gespielt von der Langnase America Olivo, die ziellos durch die Stadt streift und scheinbar wahllos Opfer aussucht, die sie mal mehr oder weniger foltert und dann tötet. Zum Glück kann ich den Geschmack andere männlicher Zeitgenossen nicht teilen. Neigen die zur vorzeitigen Ejakulation kommt mir bei den Plastik-Hupen und der Nase, die bei der Vierschanzen-Tournee als weiterer Skisprung-Austragungsort herhalten könnte, das kotzen. Also schon mal Pluspunkt für mich und ich kann meine Sympathie anders verteilen. Regisseur Robert A. Masciantonio wollte wohl, dass man mit dem Trio rund um Dan (Christian Campbell) mitfühlen soll, die eigentlich nur eine Party feiern wollten und jetzt auf der Abschussliste der Schnetzel-Lady stehen - doch weit gefehlt. Keine Charaktertiefe - kein Mitfühlen.

Story? Braucht man nicht. Motivation der Killerin? Ach ihr Nerds,kifft euch weg und ergötzt euch an den Splatterszenen. Und so springt man eigentlich von einer sadistischen Gewaltszene zur nächsten. Ich will gar nicht abstreiten, dass diese Szenen, bei denen die Kamera volle Kanne draufhält, von schlechten Eltern sind. Ganz im Gegenteil: Sie sind sehr intensiv und haben mir öfters ein schmerzverzerrtes Gesicht vor dem Bildschirm bescherrt. Aber was bringt diese Gewaltverherrlichung, wenn der Rest Banane ist? Erbärmlicherweise bleiben gerade die "unspektakulären" Sachen (Fön im Bad, Benzin übergießen & anzünden, Abflussmittel saufen)  am meisten hängen, bei denen nicht explizit draufgehalten wird.

Wenn jetzt irgendein Newcomer-Regisseur auf diese Weise sich einen Namen machen und groß rauskommen will, kann ich noch ein Auge zudrücken. Aber bei gestanden Profis hab ich da kein Verständnis mehr übrig.
So könnte man geradeso noch von einem unterdurschnittlichen Film reden, wenn "Neighbor" nach 45 Minuten nicht umschwenken würde, und den Zuschauer mit Traumsequenzen zusätzlich verwirrt. Das bricht dem Film dann entgültig das Genick.

Ich muss auch  gestehen, dass "Neighbor" der erste Film ist, bei dem die Blu-Ray-Fassung von der Qualität identisch mit der DVD ist. Wenn es Unterschiede geben sollte, dann nur in marginalem Pixel-Niveau.

Also, fassen wir zusammen: Es wird ordentlich gematscht, jedoch ohne Handlung, ohne Motivation, ohne Charaktere zum Mitfiebern, ohne Spannung und zudem verwirrt diese Scheiße noch die Zuschauer mit den Traumsequenzen.

Ich finde "Neighbor" nicht schockierend, und bis auf Splatter (und dem halbwegs ordentlichen Score) fehlt dem Film jegliche Substanz. Ich will nur alle davor warnen, sich diesen Langweiler für teures Geld ungeschnitten zu kaufen. Finger weg!

1/10


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