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Ip Man Zero (2010)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 08.02.2011, seitdem 468 Mal gelesen


Der Anfang vom Lied...05.02.2011

Vorweg eine sehr wichtige Information, die für das Verständnis dieser Kritik sicher relevant ist. Nachdem ich einige Zeit aktiv Thaiboxen trainierte, bin ich letztes Jahr auf Wing Chun umgestiegen. Diesen Bereich der Martial Arts finde ich großartig, und mit dem eigenen Training geht natürlich eine gewisse Vorliebe für die Filmreihe um Man Ip ( der Chinese nennt den Vornamen ja als letztes, daher hier die Umkehrung ) einher, da die drei Filme einen hohen Wiedererkennungswert in den Trainings- und Kampfsequenzen bieten. Man sieht es, weiß, wie es geht, kann es nachahmen, wird aber das Level der Protagonisten wohl nicht erreichen, fehlt es doch an Zeit und dem eisernen Willen.

Dies vorausgeschickt ist die vergebene Note leichter nachvollziehbar, denn im Vergleich zum grandiosen Ip Man mit Donnie Yen zieht das Prequel klar den kürzeren. Auch hier orientiert man sich an der Lebensgeschichte des späteren Lehrers von Bruce Lee, zeigt aber ausschließlich die jungen Jahre. Man Ip und sein Adoptivbruder Tin Chi Ip werden von ihrem Vater in die Obhut einer Kampfsportschule gegeben. Wir folgen nun der Ausbildung der Jungs, später einem Abstecher von Man nach Hongkong, sehen die jeweiligen künftigen Frauen der "Brüder" und lernen, daß der Japaner auch hier schon böse ist, denn er möchte die Schule der beiden Ips übernehmen, wobei er auch vor Mord nicht zurückschreckt. Dazu noch Bruderzwist, Verrat und eine dramatische finale Wendung, und fertig ist die Laube.

Kampfsporttechnisch kann sich Dennis To nicht mit Donnie Yen messen, aber er sieht diesem ähnlich genug, um als jüngere Version durchzugehen. Insgesamt wird hier auch weniger gekämpft als bei den anderen beiden Filmen, aber das macht nichts, denn die Handlung ist mit viel Liebe zum Detail und guter Kenntnis der Geschichte des Wing Chun in Szene gesetzt. Es wird natürlich immer noch genug ausgeteilt, aber der Fokus liegt hier eher auf wiederkehrendem Training und der Entstehung des modernen Wing-Chun-Stils. Die folkloristischen Elemente und der Geschichtsbezug erhöhen den Wiedersehwert des Films, gerade als komplette Trilogie, und so kann man dem Freund des historisch basierten Kampfsportgenres diesen Film wärmstens empfehlen...8/10.


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