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Terror Night - Hochhaus in Angst (1987)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 22.12.2008, seitdem 388 Mal gelesen
Die desolate Situation in Wohnsilos wurde in Filmen wie „Candyman“ oder „Judgement Night“ oder der TV-Serie „The Wire“ thematisiert, „Enemy Territory“ gehört zu den ganz frühen Beiträgen hierzu.
Hauptfigur ist wieder ein Weißer, der den vor allem von schwarzen bewohnten Raum der Armut betritt: Der stark verschuldete Versicherungsvertreter Barry (Gary Frank). Doch ein Hoffnungsschimmer zeichnet sich ab: Eine dicke Prämie winkt, wenn er eine 100.000-Dollar-Police zum Abschluss bringt. Die potentielle Versicherungsnehmerin wohnt allerdings in einem solchen Wohnsilo in einer Armutsgegend – Feindesland, wie Titel und Auftaktszene des Films es charakterisieren.
Tatsächlich gerät Barry schnell in Kontakt mit der schwarzen, dort vorherrschenden Gang, den Vampires. Ihr Anführer (Tony Todd) nennt sich nur „The Count“ in Anlehnung an „Count Dracula“ (zu Deutsch also Graf Dracula). Beim Versicherungsabschluss blitzt auch das bitterste sozialkritische Element des Films durch: Die nette alte Frau will die hohe Police haben, damit ihre Tochter von dem Geld wegziehen kann – ihr Tod wird quasi zur Vorraussetzung dafür, wird einkalkuliert, was Einiges über derartige Wohnbunker aussagt.
Die Vampires wollen Barry beim Verlassen des Gebäudes ans Leder, töten den Security Guard und werden zurückgeschlagen, weil der Radiotechniker Will (Ray Parker Jr.) Barry zu Hilfe eilt. Doch die beiden müssen aus dem riesigen Gebäude entkommen…
Ähnlich wie die artverwandten Filme thematisiert „Enemy Territory“ die Wohnsituation eher nebenher, will vor allem Unterhaltung bieten. Insofern lässt der sozialkritische Kommentar bald nach, einzelne Spitzen finden sich noch, wenn man eine Hilfesuchende auf der Polizeiwache erstmal filzt, ehe man dem Hilferuf nachzugehen gedenkt. Hinzu kommen noch heftige Klischees, z.B. die Aufmachung der Gang, der natürlich Lederjacke tragende Anführer oder die ihre Ersparnisse zuhause hortende alte Dame. Immerhin versteckt sie die Knete nicht unter der Matratze – sie versteckt sie im Kühlschrank.
Da es sich hier um Normalbürger in Gefahr handelt, ist der Actionanteil nicht allzu hoch und auch nicht zu spektakulär, da es unpassend wäre, würden die beiden urplötzlich in den Schwarzenegger-Modus schalten. Dafür schlagen sie sich aber immer noch sehr souverän gegen die Gangmitglieder und meist sind die kurzen Prügeleien und Schusswechsel auch recht gut inszeniert, von Ausnahmen wie den Events, die zum Sturz in den Fahrstuhlschacht führen, mal abgesehen. Hinzu kommt noch der extrem unglaubwürdige Part, dass der Knilch nach einem 10 Stockwerke tiefen Sturz tatsächlich noch lebt.
Also versteht sich „Enemy Territory“ vor allem als Thriller und bietet auch solide Genrekost, wenngleich der Spannungsbogen mit zunehmender Laufzeit flacher wird. Irgendwann wiederholt sich das Katz-und-Maus-Spiel im Hochhaus, da verstärken Running Gags wie das dauernde Tauschen des Police-Geldes gegen Hilfeleistungen diesen Effekt nur noch. Zumal das Ende absehbar ist und sich „Enemy Territory“ auch nicht wirklich traut, Sympathieträger auf der Strecke bleiben zu lassen. Dabei ist der Film anfangs durchaus temporeich und so manche Schleich- oder Versteckpassage treibt den Spannungspegel kurzfristig in die Höhe.
Darstellerisch ist „Enemy Territory“ etwas durchwachsen. Gary Frank wirkt etwas ausdruckslos, während Ray Parker Jr. als cooler Sunnyboy einfach zu sehr am Posen ist, zu happy und zu tough für den Mechaniker im Stress wirkt. Jan-Michael Vincent in der Freak-Nebenrolle ist ganz gut, einsame Klasse hingegen Tony Todd als dämonischer Fiesling, der den Rest der Besetzung easy aussticht.
So bleibt ein solider Survivalfilm in urbanen Gefilden, halbwegs spannend, mit ein paar netten Actionszenen und sozialkritischen Ansätzen, aber durchwachsenen Schauspielleistungen und einer nachlassenden zweiten Hälfte.
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