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Echoes - Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 27.11.2006, seitdem 772 Mal gelesen
„Echoes“ lief kurz nach „The Sixth Sense“ an, doch trotz der ähnlichen Thematik handelt es sich um keinen Abklatsch, da „Echoes“ auf einem zum Drehzeitpunkt 30 Jahre alten Roman basiert.
Tom Witzky (Kevin Bacon) ist ein stinknormaler Working Class Familienvater und bewohnt ein kürzlich erworbenes Eigenheim mit seiner Frau Maggie (Kathryn Erbe) und seinem Sohn Jake (Zachary David Cope). An Übernatürliches glaubt er nicht und zieht seine esoterisch angehauchte Schwägerin Lisa (Illeana Douglas) immer wieder damit auf – bis diese ihn auf einer Party auf seinen Wunsch hypnotisiert. Fast schon hämisch traktiert „Echoes“ den zuvor Ungläubigen nun mit unheimlichen Visionen.
Tom sieht in seinen Visionen immer wieder den Geist eines Mädchens und findet heraus, dass es sich dabei um ein vor kurzer Zeit aus der Nachbarschaft verschwundenes Mädchen handelt. Er beginnt nachzuforschen, was passiert ist...
„Echoes“ ist sanfter Grusel, eher ein Mysterythriller als ein Horrorschocker. So wird Übernatürliches sehr dezent eingesetzt, auf aufgesetzte Schockeffekte verzichtet. Trotzdem gibt es immer wieder Schreckmomente und auch die düstere Stimmung des Films sorgt für Atmosphäre: Immer wieder quälen Visionen den armen Familienvater und selbst das traute Eigenheim kann zu einem Ort des Grauens werden.
Sehr spannend ist auch die Tätersuche, denn Tom merkt bald, dass das Mädchen nicht allein weggelaufen ist. Er beginnt nachzuforschen und nach und nach ergibt sich ein Puzzle, was auch ein etwas anderes Licht auf seine Nachbarschaft wirft. Denn Tom stößt mit seinen Nachfragen nicht immer auf Gegenliebe, was bald den Verdacht nahe legt, dass der oder die Täter aus dem Kreis der Freunde und Nachbarn stammen könnten. Viele Twists legt „Echoes“ nicht vor, doch die Tätersuche geht stetig und stimmig bis zur überzeugenden Auflösung voran.
Dabei zeigt „Echoes“ auch wie die Tätersuche Tom verändert: Er geht nicht mehr zur Arbeit, hängt den ganzen Tag rum und entfremdet sich von seiner Familie. Sein Sohn hat allerdings ebenfalls Kontakt zu dem Geist, was innerhalb der Familie immer wieder zu wechselnden Sympathien führt. Doch selbst derartige dramatische Aspekte bringt „Echoes“ mit einer gewissen Ironie rüber: So versichert Tom mit voller Überzeugung seiner verängstigen Ehefrau bei der Leichensuche im Garten, dort wo Sohnemann grabe läge schon kein Toter, oder eine Babysitterin rastet total aus, als Jake über das verschwundene Mädel, die Schwester der Babysitterin, redet.
Zu den ganz großen Filmen des Genres kann „Echoes“ aber leider nicht aufschließen, da der Plot schon kleinere Schönheitsfehler hat. Zum einen sind die potentiellen Täter etwas zu fix ausgemacht, da der Verdächtigenkreis eh schon recht klein ist und sich die entsprechenden Personen offensichtlich verdächtig verhalten (doch die Auflösung hat immerhin kleinere Überraschungen zu bieten). Zudem schneidet „Echoes“ einige Subplots an, wie z.B. die Episode mit der Gruppe übernatürlich begabter Menschen, führt diese dann aber viel zu wenig aus, sodass sich diese Episoden nicht so wirklich harmonisch ins Gesamtbild einfügen.
Kevin Bacon ist dafür mal wieder klasse und verkörpert Tom, der bald zwischen sympathischen Familienvater und angsteinflößendem Psychowrack hin und her pendelt, auf wirklich beeindruckende Art. Kathryn Erbe und Zachary David Cope als seine Familie stehen da aber nur geringfügig nach, Illeana Douglas als Schwägerin ist OK. Als Nachbar und Freund ist Kevin Dunn zu sehen.
Trotz kleinerer Kritikpunkte im Plotbereich ist „Echoes“ jedoch ein sehr stimmiger, atmosphärisch dichter Mysterythriller geworden. Die Geschichte ist stimmig und spannend, was „Echoes“ zu 7,5 Punkten meinerseits verhilft.
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