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Pulse (2001)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 29.10.2004, seitdem 594 Mal gelesen


Auf mysteriöse Weise verschwinden Menschen, die unerklärlicherweise Selbstmord begehen und als Geister wieder auftauchen. Die Mitarbeiter einer Floristikfirma sowie ein Wirtschaftsstudent, der unfreiwillig im Internet auf eine ominöse Webseite mit düster erscheinenden Figuren trifft, gehen diesem Phänomen nach. Dabei geraten die noch Lebenden selbst in den Bann der Mächte aus dem Jenseits, die sich durchaus real zu manifestieren scheinen. Während die Protagonisten versuchen, ihr normales Leben weiterzuführen, unterbricht das Drehbuch immer wieder mit düsteren, furchteinflössenden Szenen, die schattenartigen Wesen sind wie aus einem halluzinatorischen Albtraum entsprungen. Der äußerst begabte japanische Regisseur Kiyoshi Kurosawa zeichnet eine urbane, graue Landschaft, die sich im Laufe des Filmes zunehmend verdunkelt. Dabei ist die Story nicht von vornherein einsehbar, die Angst des Zuschauers vor dem unbekannten Phänomen wird genüsslich ausgekostet. Die vielen Digitaleffekte sind hier einmal vorbildlich eingesetzt, um eine dem Film ganz eigene Atmosphäre zu geben, ohne selbstverliebt mit Kinkerlitzchen zu nerven. Minimalistisch und nihilistisch zugleich ist die Endzeitstimmung in großartigen Bildern eingefangen, die wenig reißerisch, aber immer auf dem Punkt angelegt sind. Menschenleer präsentieren sich die schmuddeligen Sets, null Nipponkitsch und null Albernheiten seitens der Darsteller. Die sind mehr verängstigt und verstört von ihrer Situation, der Betrachter kann das gut mitfühlen. Wie Punkte in einer gezeigten Computersimulation, die sich abstoßen und dadurch wieder anziehen, bis sie, sich am nächsten, sterben, scheinen die Großstadtbewohner für sich allein zu sein, jedoch auf der Suche nach Verbindungen. Das mag für manche zu ungemütlich anzuschauen sein, zumal dann, wenn unvermittelt jemand vom Dach stürzt oder sich den Kopf wegschießt. Absolute Highlights sind allerdings die Geisterszenen, die sich weit, weit jenseits von plakativen Versuchen befinden, andere Dimensionen billig zu personifizieren. Ein wahrer Augenschmaus sind die schwarzen, etwas abstrahierten Seelen, die visuell nicht alles preisgeben und somit geschickt die Fantasie des Verborgenen fordern. Ein wirklich unheimlicher Grusler, spannend und durchaus philosophischen Inhalts über das Leben und dem Danach, was von den guten Darstellern an Dialogen geboten wird. Selbst Genrekennern wird der ein oder andere schaurige Schauder über den Rücken laufen, wenn die schemenhaften Gestalten für bedrückende Stimmung sorgen.

Düster, apokalyptisch und furchteinflößend. Ein großartiger, fesselnder Grusel-Thriller. 9/10 Punkten


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