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Pulse (2001)

Eine Kritik von bullitt (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 15.05.2006, seitdem 155 Mal gelesen


Bereits seit den ersten Schockwellen, die sich von einem tödlichen Videotape aus dem fernen Japan bis in unsere europäischen Gefilde ausbreiteten, tauchten in Internet-Foren immer wieder zahlreiche Verweise auf den ominösen "Kairo" auf. Nachdem nun mit "Pulse" das amerikanische Remake in den Startlöchern steht, liess man es sich natürlich nicht nehmen, auch im deutschen Sprachraum endlich einen entsprechenden Silberling auf die Fangemeinde loszulassen - selbstverständlich unter dem unmissverständlichen Titel "Pulse - Das Original".

Nun denn: Persönlich muss ich gestehen, dass sich "Kairo" für mich in den vergangenen Jahren schon fast zu einem "heiligen Gral" entwickelt hat - also zu einem Kultgegenstand, den man zwar noch nie mit eigenen Augen gesehen hat, an dessen wundersame Qualität man jedoch ganz einfach glauben WILL!

Nachdem ich nun Gelegenheit hatte, "die bizarre Steigerung von The Ring und The Grudge" (Werbung) persönlich zu erleben, sehe ich das Ganze doch ein wenig differenzierter. In Ordnung: "Kairo" ist kein wirklich schlechter Film. Allerdings ist auch das Gegenteil nicht der Fall. Und Fakt ist auch, dass die Werber und Verleiher dem Werk keinen Gefallen tun, wenn Sie Kurosawas Werk als typischen Nippon-Grusler vermarkten wollen. Wer sich also - wie etwa meine Wenigkeit - bei Ring, Grudge und Co. seit langer Zeit wieder einmal so richtig zu Tode ängstigen konnte, wird sich bei "Kairo" im "falschen Film" wiederfinden: Das Erzähltempo, der Einsatz von Schockmomenten (mit einer Ausnahme) oder die Bildsprache entsprechen so gar nicht den gängigen Standards des japanischen Horrorkinos. Womit sich die oft geäusserte Langeweile erklären lässt, über die sich zahlreiche Filmfans beklagen. Obwohl "Langweiligkeit" mit eines der härtesten Urteile ist, die man gemeinhin über einen Film fällen kann, beschlich auch mich das besagte Gefühl mehr als einmal.

Im Vergleich dazu muss ich vielleicht erwähnen, dass ich mich beim ebenfalls "langsam" inszenierten "Marebito" trotz der Langatmigkeit bestens unterhalten habe.

"Kairo" weist ein paar ungeheuer starke Szenen auf, die von Kurosawa meisterlich und mit einem sicheren Gespür für den erwünschten Effekt gestaltet wurden. Bloss werden diese Szenen in unzureichendem Masse vom Rest des Films zusammengehalten. Die Darstellerinnen und Darsteller tragen dazu ebenfalls kaum bei und es erstaunt mich doch sehr, dass Kurosawa seinen talentierten Primus Koji Yakusho mit einer winzigen "Statistenrolle" abgespiesen hat?

(M)ein Fazit: "Kairo" ist nicht "The Ring" und "Kairo" ist nicht "The Grudge". Vielmehr kann "Kairo" als düstere Gesellschaftsstudie angesehen werden, die sich teilweise die Mittel des Horror- oder Geisterfilms zunutze macht. Unterhaltung ist das nur zum Teil; interessantes Kino für den geduldigen Fan japanischer Rohkost allemal...


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