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Pulse (2001)

Eine Kritik von Schilli (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 26.10.2006, seitdem 118 Mal gelesen


Meine Erwartungen an „Pulse“ waren zugegebenermaßen nach all den zum Großteil durchweg positiven Meinungen relativ hoch. Vielleicht war die Hoffnung einen zweiten „Ring“ zu sehen zu bekommen doch ein klein wenig hochgesteckt. Und um eines gleich vorab zu sagen: „Pulse“ hat für mich in keinster Weise den Stellenwert wie z.B. ein „Ring“ oder „The Eye“.

Gruselszenarien welche einem Fernsehgerät oder in diesem Fall einem Monitor entspringen haben ja inzwischen schon Tradition, jedoch bin ich einmal mehr davon fasziniert, wie ein Film ohne so gut wie jegliche Gewaltdarstellung dermaßen unheimlich wirken kann wie „Pulse“. Einerseits ist der Film, auch aufgrund der ausgestorbenen Straßen, quasi die Ruhe in Person, bis der Betrachter durch vollkommen unerwartete Szenen blitzartig wieder daran erinnert wird welchem Genre dieser Film angehört. Zum Teil kann man nicht so recht glauben was man zu sehen bekommt. Der „schwarze Fleck“ wirkt weitaus mehr furcheinflössender als man sich im Vorfeld zu denken vermag. Hier auch ein großes Lob an Regisseur Kiyoshi Kurosawa.

Inhaltlich lebt der Film davon, ein großes Problem der Menschheit sehr direkt und unmittelbar in Szene zu setzen: Nämlich die Einsamkeit. Jene ist hierbei oftmals so stark, dass man sogar den Tod dankend in Kauf nimmt. Dies ist es, worauf „Pulse“ hinauswill. Sämtliche schockierenden (aber einfach gehaltenen) Momente und Gruselszenen dienen dabei lediglich als Meinungsverstärker dem Zuschauer gegenüber. Und der Versuch diese Message gut rüberzubringen, hat im Endeffekt ganz klar funktioniert.

Der Film wirkt zugegebenermaßen mit zunehmender Laufzeit immer bedrohlicher und unheimlicher und schafft es wunderbar, eine wirklich düstere und unheilvolle Atmosphäre zu verbreiten. Insbesondere in den letzten Minuten als z.B. das Flugzeug abstürzt (sieht verdammt unheimlich aus) oder sich ganz einfach ein dunkler Schatten über das Land bzw. das Meer legt. Hervorragend ist es gelungen, den Film in der ersten Hälfte einige wirklich Schreckensszenen, welche sich gewaschen haben, einzuhauchen und dann die Geschichte gut weiterzuerzählen bis zum absolut unvorhersehbaren Finale, welches dann doch deutlich mit der guten Atsmosphäre den Film gekonnt abschliesst.

Bei Asiatischen Filmen fällt es mir immer ein klein wenig schwer gezielt auf einzelne Darsteller einzugehen, wohl ganz einfach aus dem Grund der hierzulande nur unter absoluten Kennern vorhanden Popularität jener. Im großen und ganzen machen diese hier jedoch ihre Job gut. Es sticht dabei niemand aus der doch relativ engen und kleinen Auswahl an Darstellern heraus, sei es positiv oder negativ.

Dass „Pulse“ im Endeffekt in meinen Augen jedoch, nach all den genannten positiven Aspekten und Gesichtspunkten, doch nicht so gut wegkommt, hat leider mehrere Gründe. Zum einen kommt trotz der nicht schlechten Story, dass eine oder andere Mal unweigerlich Langeweile auf. Dies mag wohl auch an dem etwas zähem Erzähltempo liegen. Zum anderen kann mich auch die gutgemeinte Message der Einsamkeit usw. nicht wirklich in den Bann ziehen. Dies mag wohl auch daran liegen, dass ich mir, auch aufgrund von Werbung usw. einen astreinen Grusler á la „Ring“ vorgestellt habe. Davon ist dieser Streifen jedoch noch ein gutes Stück entfernt, alleine schon was Spannung und Story betrifft. Aber an einem netten DVD-Abend ist dieser Film mit einem guten Mix aus Grusel und Drama allemal Sehenswert.


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