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Pulse (2001)

Eine Kritik von Cellarwork (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 20.11.2006, seitdem 405 Mal gelesen


Pulse, der vor Beginn der Dreharbeiten zu seinem Remake eigentlich besser als Kairo bekannt war, stammt von dem in Japan u. a. durch Cure und Seance bekannt gewordenen Horrorfilmer Kiyoshi Kurosawa.

Schon der Beginn des Films wirkt leicht verstörend. Tageuchi, ein junger Programmierer begeht quasi vor den Augen einer Freundin Selbstmord. Da seine Arbeitskollegen nicht an eine Depression als Ausgangspunkt des Suizids glauben, beginnen sie mit Nachforschungen, und entdecken bald eine merkwürdige Nachricht, die er auf Diskette hinterlassen hat. Parallel zu dieser Handlung wird Kawashima eingeführt, der nichts mit Taguchi zu tun hat und seine ersten Versuche mit dem Internet wagt. Er landet auf einer Homepage, die ihm sehr unheimlich vorkommt. Eines Nachts schaltet sich sein Computer von selbst ein und die selbe Homepage erscheint wieder auf seinem Bildschirm. Auch Kawashima geht den seltsamen Vorkommnissen nach und macht immer seltsamere Entdeckungen. Die Selbstmordrate im ganzen Land nimmt täglich zu und die dubiose Homepage erweckt langsam den Eindruck, mit den mysteriösen Selbstmorden in Bezug zu stehen. Schon bald erlebt der Zuschauer die erste erschreckende Begegnung mit einem Geist, der sich in einem verbotenen, mit einem Klebeband gekennzeichneten Raum aufhält.

Die Story von Pulse nimmt recht langsam ihren Lauf und verliert nur durch den zwar dezenten aber kontinuierlichen Einsatz von unheimlichen Szenen nicht vollkommen das Interesse des Zuschauers. Viele Neu-Freunde des asiatischen Horrorkinos im Stile von Ringu, The call und Ju-on könnten aber dennoch einer Enttäuschung bevor stehen, hier wird auf subversiven Grusel gesetzt, der nicht in Schockmomenten endet. Erfreulicherweise versteht man hier das Handwerk, denn der Film hat eine unheimliche, kalte Ausstrahlung. Besonders Gelungen ist das Gefühl von Verfremdung und Einsamkeit, die dem Film bewusst, die Aussage der Storyline stützend, integriert wurde.

Einerseits kann man Pulse als einen Meilenstein des japanischen Horrorfilms sehen, andererseits fehlt noch der letzte Schliff zur absoluten Perfektion. Über die komplette Laufzeit von fast zwei Stunden wird das Tempo immer wieder gedrosselt und Szenen schleichen sich ein, die die Geschichte nicht wirklich gebraucht hätte. Zudem wird nicht klar, ob die Protagonisten gewollt oder ungewollt nicht an ein höheres Niveau schauspielerischer Fähigkeiten gehen, denn sie spielen ja die Rolle von schüchternen, unaufgeklärten Jugendlichen. Kawashimas leichte Verwirrtheit wird deutlich in den Mono- und Dialogen unterstrichen, hier wirkt nicht nur er sondern auch der Drehbuchautor hilflos. Als letztes Manko sei noch auf die offenen Fragen hingewiesen, die nach Ende des Films auch ein fortgeschrittener Asiahorrorfetischist nicht verleumden kann. Zwar ist der Film wie ein großes Puzzle und der Lösungsweg wird recht schnell klar, doch fehlen am Ende leider ein paar Teile zur Vervollständigung - egal in welche Richtung die Interpretation gehen mag.

Hiermit gebe ich eine weit eingeschränkte Empfehlung weiter: Horrorfans, denen eine simple Story genügt und blutige Szenen mehr als willkommen sind rate ich ab. J-Horror erprobte Fans, die sich an einer Mischung aus Uzumaki, Marebito und einer etwas verstaubt wirkenderen Version von A tale of two sisters erfreuen würden empfehle ich ihn schon eher!

6,5 Punkte


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