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One Hour Photo (2002)

Eine Kritik von Mr. Hankey (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 16.11.2003, seitdem 309 Mal gelesen


Robin Williams, bekannt als Vollblutkomiker, bewies schon in Filmen wie "Herr der Fischer" das er auch was Anderes kann, als nur die Leute zum Lachen zu bringen. In "Insomnia" zeigt er uns sein perfektes Spiel als Bösewicht. Und nun sollte er mit "One Hour Photo" noch eins drauf setzen.

"One Hour Photo" wird gerne überall als Thriller umworben. Doch eigentlich gibt es nur wenige Thriller-Elemente im Film. Denn im großen und ganzen zeigt uns hier Regisseur Mark Romanek ein Drama über einen vergessenen Mann, der keine Freunde hat, den keiner liebt, weil ihn keiner richtig kennt. Das traurige Dasein als einsamer Mensch ist erdrückend und wird von Robin Williams in absoluter Perfektion dargestellt.
Um seine Einsamkeit zu überspielen, denkt sich Sy Parrish in die Familie York hinein, die aus seinen Augen eine perfekte Familie ist. Als dieses Bild Risse kriegt, tickt der Sy aus.
Erst dann kommen die angepriesenen Thriller-Elemente zum Vorschein und es wird einem Angst und Bange, was Einsamkeit aus eines Menschen machen kann. Dennoch überwiegt auch hier der dramatische Aspekt. Und das ist auch gut so!

Die gekonnte Erzählweise des Films packt einen von Anfang an und lässt einen nicht mehr los. Dafür sorgen auch einige Stilmittel und das Einsetzen von Farbfiltern. Zudem hilft auch die perfekte Musik, dass einem die Geschichte Sys mehr als bewusst wird und man nur hoffen kann, niemals selbst so einsam zu werden.

Zum Schluss hin, wenn man genau aufpasst, kann man in der Schlussszene dann sogar erkennen, was aus Sy denjenigen machte, der er ist.

Die restlichen Darsteller können ebenfalls bezeugen und machen ihre Sache allesamt recht gut. Doch insgesamt wirken sie, neben Williams, nur wie leichte, zwar bedeutende, aber nicht umhauende Luftzüge! Aber das kann man ihnen nicht verübeln, den gegen Williams ist es wahrlich schwer anzuspielen!

Fazit: Eine perfekte One-Man-Show eines perfekten Darstellers. Eine packende, traurige Erklärung der Einsamkeit und seiner Auswirkungen. Grandios von Anfang bis zum Ende.

Wertung: 9/10


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