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Dark Angel (1990)

Eine Kritik von Randolph C. (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 04.09.2010, seitdem 187 Mal gelesen


Die Grundhandlung ist, vorsichtig formuliert, interessant: während der außerirdische Drogendealer Talec (Matthias Hues) die Stadt Houston unsicher macht, muß sich Detective Jack Caine (Dolph Lundgren) mit seinem neuen Partner Larry Smith (Brian Benben), einem exakt nach Vorschrift agierenden FBI-Agenten, herumplagen. Hilfe bekommen die beiden vom guten Alien Azeck (Jay Bilas), das Talec mit allen Mitteln zur Strecke bringen will. Ins Geschehen involviert sind noch der Drogenbaron Victor Manning (Sherman Howard), der Caines alten Partner auf dem Gewissen hat, und Caines mal-ja-mal-nein Freundin Diane (Betsy Brantley). Kann das böse Alien gestoppt werden, bevor die neue, aus Menschen gewonnene Droge zum galaktischen Verkaufsschlager avanciert?
Zugegeben, innovativ ist die abstruse Geschichte, die von den Drehbuchautoren aus altbekannten Versatzstücken verschiedener Filme zusammengebastelt wurde, gewiß nicht. Was es I Come in Peace jedoch an Originalität mangelt, macht der Film durch explosive Action mehr als wett. Craig R. Baxley, ein erfahrener Stunt-Coordinator, der zuvor schon als Regisseur des flotten Reißers Action Jackson auf sich aufmerksam gemacht hat, versteht sein Handwerk und hat darüber hinaus das Talent, jeden Cent des moderaten Budgets auf Zelluloid sichtbar zu machen. Nicht von ungefähr wirkten mehr als 25 Stuntleute am Film mit, und auch die Pyrotechniker hatten alle Hände voll zu tun, denn die von den außerirdischen Waffen getroffenen Gegenstände haben meist die unangenehme Angewohnheit zu explodieren. Der Film ist von Mark Irwin zudem ausgesprochen schön photographiert, und Jan (Miami Vice) Hammers Score paßt sich dem Tempo, das I Come in Peace an den Tag legt, perfekt an. Dolph Lundgren liefert in seinem sechsten Spielfilm eine ordentliche Leistung ab, wobei er mit seinen Co-Stars Brian Benben und Betsy Brantley gut harmoniert. Markige Sprüche fehlen in diesem sehr launigen Streifen ebenso wenig wie gewissenlose Vorgesetzte und ein Comic Relief in Form des hyperaktiven Wissenschaftlers Bruce (Mark Lowenthal). Obwohl zweifelsfrei die Action im Vordergrund steht, ist es doch der gelungene (Genre-)Mix, der den Film so kurzweilig wie unterhaltsam macht. Als weiterer Pluspunkt erweist sich der extraterrestrische Schurke: ein hünenhaftes, albinoartiges Wesen von imposanter Gestalt, das die Menschen, diabolisch grinsend, gerne mit "I come in peace" begrüßt, während es sich schon darauf vorbereitet, das Gegenüber erst mit Heroin vollzupumpen und die dadurch produzierten Endorphine anschließend direkt aus dem Gehirn abzusaugen. Sehr effektiv ist auch seine ungewöhnliche Waffe, eine durch die Luft sausende, halsdurchtrennende CD, die kaum zu bändigen ist. Fazit: wer 80er-Jahre-SciFi-Kracher á la Predator und The Hidden etwas abgewinnen kann, sollte auch bei I Come in Peace auf seine Kosten kommen, obwohl ich bei aller Sympathie für den Film nicht verheimlichen will, daß er deren Klasse nicht erreicht.


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