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Big Lebowski, The (1998)

Eine Kritik von Jean Vernon (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 21.09.2005, seitdem 552 Mal gelesen


Jeff Lebowski oder "der Dude“ (so nennt sich der Antiheld nämlich selbst) ist ein Typ den man einfach lieben muss. Entgegen des gängigen strahlenden Heldenklischees ist der Hauptprotagonist ein absoluter Verlierer-Typ, welcher den lieben langen Tag kifft und "White Russian“-Cocktails in sich reinkippt. Er hat lange Haare, ist unrasiert, bekleidet mit Bademantel, Shorts oder Schlabberhosen dazu trägt er durchsichtige Wassersandalen. Wenn er sich nicht grad bei Walgesängen entspannt, widmet er sich seiner großen Leidenschaft dem Bowling. Aufgrund einer Verwechslung mit einem Namensvetter bekommt "der Dude“ eines Tages Besuch von zwei geldeintreibenden Schlägertypen...

Was nun folgt ist eine irrwitzige Verstrickung von Ereignissen um Entführung, Lösegeld und Betrug. In die der Antiheld hinein rutscht und versucht das beste, mit seiner typischen verantwortungslosen liebenswerten Art, aus den ganzen anstrengenden Erfahrungen zu machen.
Wir treffen auf deutsche Nihilisten mit einem amphibischen Nagetier, einen körperlich beeinträchtigten Millionär, eine feministische Vaginal-Künstlerin, einen Pornofilmproduzenten, einen bowlenden Jesus und natürlich nicht zu vergessen die beiden Bowlingkameraden Walter Sobchak ein geschiedener Hobby-Jude und Vietnamkriegsveteran und Donald "Donny“ Kerabatsos, welche den "Dude“ mehr schlecht als recht auf seiner Odyssee durch das Los Angeles der frühen 90ern unterstützen.
Und es wird einem schnell klar das, dass ganze eigentlich kaum einem Genre zuzuordnen ist. Trotz der befremdenden Ansammlung von sonderlichen Charakteren, Situationen, Traumsequenzen oder besser gesagt Knock-out-sequenzen im klassischen Musicalstil, Handlungstwists und irrwitzigen Dialogen, welche von Leninzitaten über philosophische und politische Seitenhiebe reichen, oder gerade deshalb funktioniert dieser Film hervorragend und fügt sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammen.

Den Coen-Brüdern ist hier wahrlich ein großer Wurf gelungen. Genre übergreifend wird uns hier eine Story aufgetischt, die mit einem gigantischen Feuerwerk an Skurillitäten aufwartet. Die grandiosen Charakterenzeichnungen, welche sich nicht nur auf die Hauptprotagonisten erstrecken, sonder bis in die kleinsten Nebenrollen reichen, machen dieses Meisterwerk auch beim wiederholten Ansehen zu einer unvergesslichen Entdeckungsreise.

10 /10


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