Im 21. Jahrhundert kämpfte die Menschheit erbittert um die letzten Rohstoffreserven der Erde. Dieser Krieg endete mit dem Bau riesiger militärischer Roboter, die stellvertretend für die Menschen Krieg führten. Es wurde ein Frieden bewirkt, die beiden kriegsführenden Parteien schlossen sich zu einer Regierung, der „New Federation" zusammen. Alle militärischen Roboter bis auf den MRAS-2, der mittlerweile als Touristenattraktion und -transportmittel genutzt wird, wurden bis zum Ende des 21. Jahrhunderts abgebaut. Die Erde ist unfruchtbar und teilweise verseucht. Soviel zum Prolog.
Da gibt es nur ein Problem: Zunächst einmal ist der Originaltitel des Films Robot Wars. Deshalb erwartet man, dass der MRAS-2 irgendwann entführt und dementsprechend ein alter Kampfroboter reaktiviert wird, um gegen ihn erbittert zu kämpfen. Genau das passiert dann auch, doch man erwartet zuviel: der versprochene Roboterkrieg erstreckt sich über lächerliche 5 Filmminuten. Und zwischen den Totalen von Außen auf den Kampf der Blechkameraden werden ständig Nahaufnahmen der Piloten geschnitten, was die Schauwerte noch weiter reduziert. Ja, das Budget war relativ klein, aber da hätte man sich bei einem solch martialischen Titel wie Robot Wars auch etwas zurückhalten können. „Robo Battle" hätte es auch getan.
Die Handlung gestaltet sich auch nicht wirklich besser: Ein toller Macho-Roboterpilot namens Drake (Don Michael Paul) hat keine Lust mehr auf seinen Job, weil sein Chef mit Asiaten kooperiert, die verdächtig sind. Prompt wird der MRAS-2 mit zahlreichen Geiseln an Bord von einem bösen General namens Wa-Lee (Danny Kamekona) entführt und Drake muss zusammen mit der bis dahin kratzbürstigen Journalistin Leda (Barbara Crampton), die er in dem mysteriösen Ausflugsort „Crystal Vista" aufgabelt und einem alten Megaroboter gegen ihn kämpfen.
Wie es ausgeht, ist Jedem klar, der mal einen Hollywood-Actionfilm gesehen hat. Vom machohaften Aufreißer über seinen überflüssigen Buddy, die widerspenstige Tussi, die dann aber voll auf ihn abgeht und dem immer noch ärgerlichen kommunistisch-asiatischen Feindbild werden alle Konventionen erfüllt. Die Dialoge sind dünn und leider in zu zahlreicher Art vorhanden, die Effekte mit etlichen Blinklichtern, Stop Motion und vielen Laserwaffen sind eher dürftig, Action gibt es nur wenig und spannend ist das Szenario auch kaum, da sich die Entführung erst nach knapp 45 Minuten Laufzeit (also 23 Minuten vor dem Ende) ereignet. Bis dahin plätschert Robot Jox 2 - Krieg der Stahlgiganten (so der deutsche TV-Titel) in gänzlich unspektakulärer Art und Weise nur so vor sich hin.
Bleiben besagte 5 Filmminuten, wo sich die beiden Kampfroboter, auf der einen Seite der wendige, skorpionähnliche MRAS-2, auf der anderen Seite ein in seiner Statur menschenähnliches, klobiges Ding, das dauernd umfällt, duellieren. Bar jeder Logik und dieser ungleichen Voraussetzungen gewinnt natürlich der hochgradig unsympathische amerikanische Held. Und ebenso wie der eher unbekannte Don Michael Paul fällt auch der Rest des Casts schauspielerisch kaum auf - weder positiv, noch negativ. Lisa Rinna (bekannt aus der TV-Serie Melrose Place) darf in einer undankbaren Nebenrolle immerhin ein paar Mal süß in die Kamera grinsen.
Am Ende bleibt also eine mittelgroße Enttäuschung. Die Robot Wars entpuppen sich als laues Lüftchen, eine wirkliche postapokalyptische, düstere Atmosphäre kommt trotz ein paar Wüstenaufnahmen nie wirklich auf und das Beste sind schon die an Power Rangers erinnernden Roboterkampf-Rückblenden aus dem ersten Teil. Inmitten der ganzen Klischees ist die militärisch-zackige Musik von David Arkenstone, die vor allem im Vorspann voll zur Geltung kommt, schon ein Highlight im ansonsten eher trostlosen Sci-Fi-Robo-Battle (4/10).