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Spider-Man (2002)

Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 31.05.2006, seitdem 384 Mal gelesen


Ist eine Comic-Verfilmung nur deshalb als gut anzusehen, weil sie sich fast sklavisch an die Comic-Vorlage hält?
Diese Frage muß hier an diesem Ort erörtert werden, denn Spider-Man hält sich erstaunlich eng an die Comicvorlage, fast jedes Detail stimmt mit dem Comic überein, bis auf die tatsache, dass Tobey Macguire am Anfang noch nicht Nerd genug ist, und dass am Ende der Green Goblin Spider-Mans damalige Freundin Gwen Stacy von der Brücke stürzt, wobei diese ums leben kommt - eine der größten Tragödien/ Niederlagen in Spider-Mans Historie.

Fast schon detailversessen präsentiert uns Raimi hier den Spider-Man, geht dabei keinerlei Risiko ein, folgt dem von Stan Lee gelegten Pfad fast minutiös.
An sich genommen ist das daher genau das, was wahre Fans von Comicverfilmungen erwarten. Es gibt keine ärgerlichen Veränderungen, alles hat einen Wiedererkennungswert.

An sich genommen könnte man also fast meinen, dass dies daher die vielleicht beste Marvel-Comic-Verfilmung wäre.

Nun ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht.
Denn Comic und Kino sind zwei verschiedene Medien, beide zwar visuell aber dennoch verschieden.
Was beispielsweise in einem Comic extrem in die Länge gezogen werden kann mit fünf oder sechs Gedankenblasen -innere Selbstzweifel und so weiter - kann im Film wie weinerliches Getue abgetan werden. Nicht dass das in Spider-Man passieren würde, war ja nur ein Beispiel.
Aber es ist tatsächlich so, dass Spider-Man ein bißchen zu lasch daher kommt, seine Spritzigkeit und sprichwörtliche Witzigkeit kommt zu kurz, dafür ist das Drehbuch viel zu sehr darauf beschränkt, die richtige Chronologie des vorliegenden Comics zu verfolgen.
Auch sind die Darsteller regelrecht sichtlich unterfordert, kaum eine Emotion kommt glaubwürdig rüber, einzig Willem Defoe und sein Filmsohn James Franco - im übrigen rein äußerlich eine der größten Fehlbesetzungen überhaupt - machen ihre sache gut. Auch Kirsten Dunst -so nett sie auch ausschauen mag - ist nicht die Idealbesetzung für Mary Jane Watson.

Die Inszenierung selbst, dadurch dass sie sich dem Dogma der fast 1:1-Umsetzung unterwirft, wirkt dadurch seltsam leblos und unmotiviert.
Der Erfolg des Films gibt ihm zwar recht, aber ein bißchen mehr Spritzigkeit hätte ihm sicherlich besser gestanden.

Nun zu den Special Effects, irgendwie wirken diese recht billig und für so ein Mega-Projekt nicht ausgefeilt genbug.

Alles in allem ein nettes Vergnügen, für Spider-Man-Fans, die wollen, dass man sich stringent an die Vorlage hält, mit Sicherheit mehr als nur ganz gut, aber ein bißchen künstlerische Freiheit hätte dem Film auch gut getan.

Daher nur 6 Punkte


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