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Nackte Gewalt (1953)

Eine Kritik von manhunter (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 01.07.2006, seitdem 419 Mal gelesen


Kopfgeldjäger Howard Kemp macht einen alten Bekannten, den Mörder Ben Vandergroat, und dessen Freundin Lina Patch mitten in den Rocky Mountains dingfest. Dabei helfen ihm der alte Goldgräbers Jesse Tate und der kürzlich unehrenhaft entlassene Ex-Offizier Roy Anderson, die beide allerdings eher zufällig dazugekommen sind, sich Kemp aber als Partner aufdrängen, da sie natürlich jeweils auf ein Drittel der ausgesetzten Belohnung hoffen. Auf dem Weg nach Abilene, Kansas, wo Vandergroat hingerichtet werden soll, versteht es eben dieser geschickt, die drei Kopfgeldjäger gegeneinander aufzuhetzen, nicht zuletzt, indem er Lina ihre Reize einsetzen lässt, um Rivalitäten zwischen ihnen zu schüren. Zudem erschweren Indianer (die mit Anderson noch ein Hünchen zu rupfen haben) und die Naturgewalten die Durchführung der Mission…

Anthony Mann macht in Sachen Regie keine Experimente und geht weitgehend auf Nummer sicher, so dass der Film dahingehend etwas unspektakulär daherkommt und eigentlich nur durch die schönen Naturbilder beeindrucken kann.

Allerdings liegt das Hauptaugenmerk ja auch auf den Charakteren, deren Gier, Verbohrtheit und Hinterhältigkeit unter anderem durch eindrücklich intelligente Dialoge schonungslos offengelegt werden. Das hinterlistigste und skrupelloseste Exemplar ist natürlich Vandergroat, der von Robert Ryan (THE WILD BUNCH) so herrlich manipulativ und boshaft dargestellt wird, dass es eine wahre Freude ist. Ganz grosses Kino.

Eine tolle Leistung liefert auch Schauspieler-Legende James Stewart in der Hauptrolle als Howard Kemp, der mit dem Kopfgeld eine grosse Enttäuschung in seinem Leben wieder wettmachen will und dabei in seiner Verbitterung seine Menschlichkeit zu vergessen droht. Aber da gibt es ja noch Lina – von Janet Leigh (PSYCHO, THE FOG) naiv, aber als einziger positiver Charakter gegeben –, die sich selbstverständlich in den Helden verliebt und seiner Läuterung auf die Sprünge hilft, was den ansonsten äusserst grimmigen Grundton des Filmes auflockert.

Fazit: THE NAKED SPUR ist eher ein dialog- als ein actionzentrierter Western, der aber nichtsdestotrotz sehr spannend ist und durch seine zynisch-bissige Natur sowie die hervorragenden Schauspieler noch lange im Gedächtnis bleibt. Der deutsche Titel übertreibt übrigens ein wenig...


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