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Restless (2011)

Eine Kritik von A RetroKinski (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 12.02.2012, seitdem 208 Mal gelesen


Gus Van Sant ist bekannt als Regisseur genau im Spannungsfeld zwischen Film Noir, Arthouse und trotzdem funktionierendem Mainstream. Mit RESTLESS hat er wieder ein Meisterwerk mit nur ganz wenigen Mitteln, unglaublich guter Atmosphäre und jungen relativ unbekannten aber phantastischen Schauspielern geschaffen. Wer in der Schlußszene des Films keine feuchten Augen bekommt sollte sich vielleicht einmal auf fortgeschrittene Emphathielosigkeit untersuchen lassen. Der Film ist Poesie pur und eine Hymne auf das Leben und die Liebe ohne Kitsch oder Sentimentalitäten.

Die Story ganz kurz wie folgt (OHNE SPOILER): Annabel (Mia Wasikowska) und Enoch (Henry Hopper) lernen sich auf einer Beerdigung kennen. Er geht dort seinem morbiden Interesse nach, sie ist leider tatsächlich schwer krank und hat nur noch 3 Monate zu leben......mehr wird nicht verraten. Außer daß Enoch noch einen geisterhaften Freund names Hiroshi hat der Kamikazeflieger im 2. Weltkrieg war.

Das hört sich ggfs. nach Fantasy an, ist es aber nicht. Es ist ein unglaublich leiser Film in jeder Hinsicht. Was der Film nicht hat ?: bekannte Schauspieler, Blutvergiessen, bombastische Filmmusik, Big Budget, Action, Nacktszenen, tolle Ausstattung, Horror, 3D...usw. Und trotzdem ist er mitreissend von der ersten Minute an und hat alles was einen Film liebenswert und unvergesslich macht.

Annabel spielt so ätherisch und gleichsam natürlich, man glaubt den ganzen Film über eine bekannte Freundin vor sich zu haben. Henry Hopper hat eine eher rauhe, holprige Art des Agierens die aber gut zum Geschehen passt. Die Grundstimmung ist oft düster, aber verbreitet dann doch im nächsten Augenblick eine ganze Menge Hoffnung und ist auch ein Plädoyer für unverkrampfte Sterbebegleitung, auch wenn die Personen und Ereignisse im Film schon stark idealistisch dargestellt wurden.

Hiroshi passt sehr gut in diesen Film und lockert viele Szenen durch die 3. Person etwas auf, ohne ihn hätte vielleicht etwas zu viel Selbstbezogenheit des Paares aufkommen können. Der Film kombiniert Melancholie, Trauer, Romantik und Schwermut aber auch Hoffnung in unglaublich dichter und authentischer Weise. Wenn ich mich an den Film erinnere denke ich noch immer es ist echten "Freunden" wirklich passiert. Noch eine Randinformation: Hauptdarsteller Henry Hopper ist der Sohn von Dennis Hopper dem der Film am Ende auch gewidmet ist.

8/10 Beerdigungen....äh,....Punkten


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