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Armee Gretchen, Eine (1974)

Eine Kritik von TobStarr (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 23.11.2010, seitdem 468 Mal gelesen


Willkommen zum Nazimädchen-Report.

Schon nach dem Marschmusik-Intro inklusive falleri- und fallera- Gesang ist klar, dass Eine Armee Gretchen wohl nicht all zu kritisch mit dem Thema Drittes Reich umgehen wird. Und tatsächlich entpuppen sich die folgenden 90 Minuten als eine der größten Kriegsverhamlosungen, die mir je zu Gesicht gekommen sind. Fast alle Nazis sind eigentlich ganz nette Herren, die keinem wirklich Böses wollen und der ganze Krieg scheint nur ein großes Spiel zu sein. Dazu eine illustre Riege hübscher Damen, die vorzugsweise nackt durchs Bild hüpft und eigentlich nichts anderes macht, als immer mal wieder die eigenen Männer zu vernaschen oder eben nackt durchs Bild zu hüpfen.

Die Story ist dementsprechend dünn. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs müssen auch die Mädels für den Führer an die Front. Doch statt den Feind fürs Vaterland zu erledigen, werden viel lieber die eigenen Männer flachgelegt. Macht ja auch mehr Spaß als sich von irgendwelchen Russen abknallen zu lassen.
Zu dieser reiskorngroßen Rahmenhandlung gesellen sich noch einige kleinere Subplots, die aber bis auf den Vater-Tochter-Storystrang im Nichts verlaufen.

Ganz gut gelungen ist dafür die technische Umsetzung der fragwürdigen Geschichte. Besonders der Kampf mit den russischen Panzern oder auch der nächtliche Angriff auf die Flakstellungen gehen in Ordnung und sind mir in dieser Qualität im Nazisploitationgenre noch nicht begegnet.
So etwas wie Kriegsatmosphäre kommt allerdings trotzdem nie auf, denn der Rest ist einfach zu albern. Neben der permanenten Nacktheit liegt das vor allem an den teilweise super lächerlichen Dialogen, welche die Mädels von sich geben.
Es sollte auch niemand irgendwelche harten Folterszenen oder besonders viel Blut erwarten. In diesem Machwerk regiert die Nackheit. So ist die ganze Chose dann auch eher ein typisch deutschsprachiger 70's Softsexfilm, der durch die debilen Dialoge sogar manchmal in Richtung Komödie geht, als wirklich harte Exploitation im Zweiten Weltkriegsgewand.

Unter dem Strich ideologisch sicher recht fragwürdig, aber insgesamt eh nur so interessant wie ein Stück Butter. Da nichts passiert, außer dass nackte Frauen von bekleideten Männern begattet werden oder nackte Frauen nackt durch die Gegend laufen, herrscht größtenteils Langeweile, die nur mal kurz durch zwei ganz passable Actionszenen unterbrochen wird.
So bleibt ein naiv-dümmliches Sexfilmchen im Nazisploitation-Bereich, das man schnell wieder vergessen hat. Unterhaltsam geht anders. (3/10)


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