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Combat Shock (1986)
Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 16.07.2002, seitdem 1976 Mal gelesen
Wenn Troma einen Film herausbringt, dann erwartet man brutale, sexistische Trashorgien á la "Atomic Hero". Aber keinen "Combat Shock". Der Einfluss Lloyd Kaufmans ist weniger zu spüren - eher die Vision des Regisseurs Buddy Giovinazzo, der sich deutlich von "Taxi Driver" inspirieren ließ.
Obiges soll aber nicht heissen, dass "Combat Shock" kein harter Film wäre. Im Gegenteil. "Combat Shock" wartet auch mit Blutspritzereien und zerteilten Körpern auf - setzt dies aber im Gegensatz zu anderen Troma-Releases in ein ernstes, nachdenkliches Setting, und nicht in ein comichaftes, parodistisches Umfeld. In "Combat Shock" geht es um den Vietnam-Veteran Franky Dunn, der im Krieg ein sinnloses Massaker mitansehen musste, und noch heute verfolgen ihn die Dämonen der Vergangenheit. Seine Vergangenheit bestand aus Gewalt, Folter, Gefangenschaft und zwei Jahren Lazarett. Mittlerweile sieht es nicht besser aus. In einem verdreckten Industrieviertel New Yorks haust Franky mit seiner schwangeren Frau und seinem entstellten Baby. Ohne Geld und ohne Essen macht sich Franky einen weiteren Tag auf in die Stadt. Auf der Suche nach einen Job, nach Geld, nach Erlösung.
...nun, er wird die Erlösung finden. Doch diese ist keine versöhnliche, therapeutische Befreiung. Nein, Franky zieht am Ende des Films die letzte Konsequenz und handelt. Ich möchte nichts verraten, aber das Ende ist nur etwas für Hartgesottene. Ein solch hartes, deprimierendes, verstörendes Ende habe ich schon lange nicht mehr gesehen.
Der gesamte Film ist interessant in Szene gesetzt: Alle Szenen, also auch die Vietnam-Sequenzen wurden komplett in New York gedreht. Und leider sieht man das den Dschungelkämpfen auch an. Und darunter leidet der Film: Am niedrigen Budget. Hätte man mehr Geld für ordentliche Nam-Dekors herangeschafft, würde eventuell bei diesen Szenen Atmosphäre aufkommen. Auch die Musik von Hauptdarsteller Ricky Giovinazzo tut ihr übriges, um die Stimmung wieder auf den Nullpunkt zu drücken. Unerträglich unpassende Synthesizer-Dudeleien machen den Genuss "Combat Shocks" zweifelhaft.
Doch alles in allem ist und bleibt "Combat Shock" ein eindrucksvolles Drama, dass durch genaue Charakterzeichnung und wirklich konsequente Story besticht. Wenn man über die billige, tromaeske Machart hinwegsehen kann, wird diese Splittergranate in dem Kopf des Zuschauer explodieren.
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