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Combat Shock (1986)

Eine Kritik von Max Con Carne II. (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 07.10.2010, seitdem 216 Mal gelesen


Angeblich ist Amerika pleite: rund 50 Millionen Landesbürger sollen keinen regulären Zugang mehr zu Lebensmitteln haben, diverse Bundesstaaten sind nicht mehr in der Lage, Sozialhilfe auszubezahlen. Alles eine Folge der Wirtschaftskrise sollte man meinen, doch "Combat Shock" stellt genau dieses Worst Case Scenario schon vor einem Vierteljahrhundert dar.

Die Geschichte handelt von Frankie, einem Kriegsveteranen, der nach Hause kommt, von der Gesellschaft verstoßen wird, keine Arbeit findet, mit seiner Familie in heruntergekommen Slums dahin vegetieren muss und sich mit einem ewig blärrenden Baby rumschlägt, das aussieht wie eine Kreuzung aus E.T. und dem kleinen Monster aus David Lynch´s "Eraserhead". Hinzu kommen nächtliche Albträume von seiner Gefangenschaft im Lager des Vietcong, so dass Frankie irgendwann einmal die Nerven verliert und zur Knarre greift...

Im Angesicht der momentanen nicht nur in Amerika wirtschaftlich wie sozial angespannten Lage ein durchaus bewegendes wie aktuelles Thema für einen Film. Regisseur Buddy Giovinazzo ziert hier fleißig aus Vorbildern wie Martin Scorcese´s "Taxi Driver" oder besagtem "Eraserhead". Die Atmosphäre ist schmutzig, bedrückend, hoffnungslos. Viele erachten "Combat Shock" sogar als das beste Werk, welche die umstrittene Troma Company jemals hervorgebracht hat.

Ich allerdings nicht...

Sicher mag es an manchen Stellen visionär erscheinen, was Giovinazzo da auf Zelluloid gebannt hat, doch gut gemeint ist auch in diesem Streifen das Gegenteil von gut gemacht. Das Hauptproblem, das "Combat Shock" hat, ist sein fehlendes Budget. Kein Zweifel, dass der durchaus talentierte Regisseur mit einem größeren Etat einen richtig guten Film realisiert hätte, nur lies der Geldmangel eben leider keine allzu großen Sprünge zu. Der vietnamesische Dschungel in den Traumasequenzen ist unverkennbar das Hinterland von New York, während sich ein Großteil der Handlung in irgendwelchen schäbigen Barracken oder abrissreifen Häusern abspielt. Die Protagonisten laufen zum Teil in schreiend albernen Klamotten rum, der Soundtrack klingt wie eine zusammengehauene Atari-Spielkonsole. Der Abschuss ist jedoch das alienhafte Baby, das die ganze Zeit wie eine Sirene heult und aussieht wie ein verbeulter Knetklumpen.

Sorry, aber ein ambitionierter Film sollte nicht nur vor unfreiwilliger Komik nur so strotzen - aber genau das tut "Combat Shock" unentwegt. Trotz einiger harter Szenen ist der Streifen leider ziemlich langweilig und auch die Darsteller agieren wie hinter einer Glasfassade, so dass deren Schicksal kaum berührt. Rick Giovanizzo, der Bruder des Regisseurs, macht in der Hauptrolle einen durchaus soliden Job. Leider merkt man einem Großteil der übrigen Darstellerriege den Laienstatus überaus an. 

Auch wenn viele das anders sehen, aber für mich ist "Combat Shock" nur unteres Mittelmaß. Gute Ansätze sind durchaus vorhanden, sind jedoch nur unzureichend ausgearbeitet worden. Passt mit seinem Stil und in seiner Machart dennoch irgendwie perfekt zum restlichen Sortiment von Troma...

4 von 10 Punkten. 


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