Wenn diese norwegisch-französische Produktion beim Zielpublikum scheitern sollte, ist das primär dem deutschen Verleih zuzuschreiben, welcher durch seinen reißerischen Titel komplett falsche Erwartungen weckt. Denn mit blutrünstigen Zombies oder gar Großangriffen in traditioneller Form sollte man bei dieser Independentproduktion nicht rechnen.
Musiklehrer Morton erhält einen Anruf von der Polizei, dass seine Tochter Johanna soeben in der Leichenhalle eingetroffen sei, doch zur selben Zeit erscheint sie halbwegs lebendig in der Wohnung. Kurz darauf werden weitere Menschen mit ähnlichen Symptomen aufgegriffen, welche apathisch ins Nichts starren und zwischenzeitlich eine schwarze ölähnliche Substanz erbrechen. Morten nimmt auf eigene Faust Ermittlungen auf, die ihn zu einer Fabrik führen…
Das Regieduo Ducasse/Peteul liefert von allem etwas, nur leider kein homogen erscheinendes Ganzes. Zunächst steht der Dramenanteil stark im Vordergrund, als sich Morten um seine zusehends lethargisch erscheinende Tochter kümmert, dann gibt es ein wenig Krankenhausterror, asiatische Geisterfilmchen dienten ebenfalls als Vorbild und zuletzt driftet die Sache ins Endzeitszenario ab, während lebende Untote eine eher sekundäre Rolle spielen, zumal sie in ihrer Existenzform beileibe nicht als typische Zombies durchgehen.
Morten schürt zwar aufgrund seiner Aufopferung Sympathien und beweist viel Mut im Fall seiner Nachforschungen, doch so ganz logisch handelt er im Verlauf seiner Ermittlungen nicht. Immerhin passt sich sein latent leidender Gesichtsausdruck der bedrückenden Stimmung an, es schwingt stets ein leichtes Unbehagen mit, da lange Zeit nicht erahnbar ist, was die Männer mit Bohrmaschine, orangefarbenem Overall und Gesichtsschutz eigentlich im Kern bezwecken, wenn sie die zumeist weiblichen Opfer aufbohren und am Tatort zurücklassen und nach einer Weile bereits rund vierzig Opfer auf ihrem Konto haben.
Leider fällt das Treiben über weite Teile recht ungelenk und dröge aus, da die oftmals laienhaft agierenden Mimen während einiger längerer Dialogpassagen deutliche Mankos offenbaren und einige Ausführungen ohne sichtliche Pointe daherkommen. Da vermag der ausgewogene Score in seiner Mischung aus bedrohlichen klingenden Streichern und verspielten Piano-Melodien zwar noch ein wenig kaschieren, doch mangelnde Bewegung, komplett ausbleibende Action und ein Minimum an Horror erfordern eine Menge Geduld und Offenheit seitens des Betrachters.
Der Showdown gerät indes ein wenig konventioneller und bindet ein paar spannende, wenn auch leicht surreal anmutende Momente ein und weiß mit einem Ausklang zu überzeugen, der lediglich andeutet und die Phantasie des Zuschauers fordert, denn erklärt wird im Prinzip gar nichts, allenfalls der Originaltitel deutet in eine bestimmte Richtung.
Am Ende liefert die merkwürdige Genremischung einen in Ansätzen interessanten Beitrag, der sich unweigerlich vom Einheitsbrei abhebt, indem er sich auf keine Schiene festlegen lässt. Splatterfans bekommen zwar einige blutige Bohrungen in Schädel, Bein und Nacken, doch Zombies beißen hier zu keiner Zeit zu und auch die Effekte fallen recht minimal aus, was zu der wenig aufwendigen Produktion passt.
Wer ein wenig Geduld mitbringt und ein Faible für eher ruhig gehaltene Horrorfilme hat, könnte einen vorsichtigen Blick riskieren, wer hingegen konventionelle Zombiefilme bevorzugt, dürfte reichlich enttäuscht werden.
5,5 von 10