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Blues Brothers (1980)

Eine Kritik von Lord Bangs (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 03.05.2002, seitdem 783 Mal gelesen


Die Handlung dieses absoluten Klassikers der Musikfilme noch gross zu erzählen hiesse, einem Bluesman zu erklären, was der Blues bedeutet. Tatsache ist lediglich, dass diese glänzende Musikkomödie gespickt ist mit unzähligen Höhepunkten und noch mehr kleinen genialen Szenen, die als Ganzes gesehen eine temporeiche und irrwitzige Tour de Force ergeben. Untermalt von einem brillanten und schmissigen Soundtrack (Rhythm’n’Blues, Soul, Swing und Gospel), der die Handlung adäquat unterstützt, prasseln unzählige bissige Seitenhiebe auf das gesellschaftliche Leben in den USA (und der restlichen "zivilisierten" Welt) auf die ZuschauerInnen ein, so dass man über die wenigen, kleinen Mängel locker hinwegsehen kann. Neben den "Saturday Night Live"-Stars Belushi und Aykroyd lässt der Film eine ganze Parade gestandener R’n’B-Cracks aufmarschieren, die perfekt in die Handlung integriert wurden.

Die beiden Drehbuchautoren Dan Aykroyd (der den Elwood Blues spielt) und Regisseur John Landis erfüllten sich hier einen ganz persönlichen Wunsch (speziell die legendäre Autoverfolgungsjagd, eine der längsten und materialreichsten der Filmgeschichte). "Blues Brothers" soll anscheinend bei den Erstaufführungen ein Flop gewesen sein und entwickelte sich erst später zum Hit.
Und betreffend Coolness ist dieser Film der Ursprung und das Vorbild all jener nachfolgenden Streifen, in denen schwarzgekleidete und sonnenbrillentragende Gauner und Ganoven auftreten. Mittlerweile ist der schwarze Anzug, das weisse Hemd mit der dünnen, schwarzen Kravatte, der schwarze Hut, die schwarzen Schuhe, die dunklen Sonnenbrillen und die Kotletten Synonym für coole Jungs; es gibt "Blues Brothers"-Parties, "Blues Brothers"- Musicals und Konzerttourneen der Original Blues Brothers Band (die es schon vor dem Film gab) oder Imitatorenbands.

Auch wenn man auf Tiefgang steht, kommt man an diesem Film nicht vorbei. Egal, ob Hochschul-Professor oder Nobelpreis-Anwärter: Es soll mir niemand sagen, dass er oder sie nicht mindestens geniesserisch oder gar jubelnd zusieht, wenn die Polizeiauto-Armada einer ganzen Stadt zu Schrott gefahren wird ... Zeitlos!


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