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Blues Brothers (1980)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 25.10.2002, seitdem 1107 Mal gelesen


"Es sind 106 Meilen nach Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen!" Einer dieser legendären Sätze aus "Blues Brothers", dem Inbegriff des Kultfilms. Zur Story braucht man nicht viel zu sagen: Elwood und Jake Blues (Dan Aykroyd und John Belushi) versuchen ihre alte Band wieder zusammenzustellen, um so das Geld aufzutreiben, das für die Erhaltung eines Waisenhauses nötig ist. In ihrem "Bluesmobil" machen sie sich auf den Weg, verfolgt von der Polizei, Nazi-Anhängern und einer merkwürdigen Frau.

Wieso "Blues Brothers" so legendär ist und der Fankult unvorstellbare Auswüchse genommen hat, kann man nicht genau sagen. Auf jeden Fall stimmen alle Zutaten für einen tollen Film: waghalsige Actionszenen, geiler Soundtrack verbunden mit zahlreichen Gastauftritten bekannter Blues-Stars, eine lockere, unverbrauchte Story und nicht zuletzt zwei Hauptdarsteller, deren Outfit ebenfalls legendär wurde. Dazu kommt dann noch der frühe Drogentod Belushis, der sich vor allem mit diesem Film in den Herzen seiner Fans verewigt hat.

Argumente, "Blues Brothers" gut zu finden, gibt es viele: Erstens der Kultfaktor, schon fürs Mitreden muss man ihn gesehen haben. Dann die Dialoge, die auch noch 20 Jahre später runtergehen wie Öl und die Fans des Films mühelos mitsprechen. Doch nur dank Dan Aykroyd und John Belushi werden die Sprüche so lässig rübergebracht. Die beiden sind absolute Kultfiguren, deren Coolnessfaktor auch heute noch besticht.

Die Story ist simpel gestrickt, kann aber bis auf einige Aussetzer im Mittelteil, wo streckenweise recht wenig geboten wird, überzeugen. Highlights sind die stimmungsvollen Musikstücke und die actionreichen Verfolgungsjagden. Wenn man denkt, der Film ist mit dem Auftritt der wiedervereinigten Band vor einem begeisterten Publikum beendet, wird noch einer draufgesetzt: Schon die Crashs am Anfang sind recht spaßig anzusehen, doch der Schluss schlägt selbst die meisten reinrassigen Actionfilme um Längen. John Landis’ Freude an der Materialschlacht überträgt sich auf den Zuschauer, wobei ich mir an der Stelle, als ca. zehn Polizeiwagen auf dem Dach liegen und aus einem Wrack zum zweiten Mal im Film der Satz "Mein Uhr ist kaputt!" ertönt, vor Lachen fast in die Hosen gepinkelt hätte.

Tja, viel mehr gibt’s nicht zu sagen. "Blues Brothers" ist Kult, wär’s ein normaler Film, wäre er "nur" gut, aber so ist er einfach Pflicht für alle. Reihenweise witzige Einfälle werden geboten und die Musik und Hauptdarsteller machen das Ganze endgültig zu einem zeitlosen Erlebnis, wobei ich die fast schon heilige Verehrung einiger Leute dafür immer noch nicht so recht begreifen will. Spaß machen tut’s aber auf jeden Fall, auch bei mehrmaligem Sehen. Und das ist die Hauptsache.


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