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Blair Witch 2 (2000)
Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 09.09.2002, seitdem 312 Mal gelesen
Also vom ersten Teil war ich schon nicht besonders überwältigt, wobei dieser wenigstens beim ersten Ansehen ganz spannend, unterhaltsam und gut war. Ohne große Erwartungen machte ich mich also an das Sequel und trotz dieser ohnehin geringen Erwartungen wurde ich dennoch enttäuscht. Denn "Blair Witch 2" ist schon beim ersten Anschauen total langweilig.
Wie schon im ersten Teil wollen wieder ein paar Touristen Burkettsville besichtigen und ein paar Aufzeichnen über den Film "Blair Witch Project" machen, der sich ja mit der Hexe von Blair beschäftigt hat. Der Gruppenführer zeigt ihnen also den Weg in den Wald, bis sie eine Ruine finden. Dort nächtigen sie auch, aber am nächsten Morgen müssen sie entsetzt feststellen, dass alle Aufzeichnungen, Unterlagen und Kameras, die sie hatten, spurlos verschwunden sind. Nur die dazugehörigen Videokassetten lassen sich noch finden. Der Gruppenführer nimmt die Touristen mit in ein abgelegenes Waldhaus, das ihm gehört. Dort machen sie grausige Entdeckungen. Dass ihnen 5 Stunden ihres Gedächtnisses fehlen, die aufgezeichneten Filme rückwärts laufen und es tauchen kleine Kinder auf, die plötzlich wieder verschwinden. Und plötzlich gibt es die ersten Leichen...
"Blair Witch 2" möchte eigentlich ein verstörender Horrorfilm sein, wie uns die etlichen sehr schnell geschnittenen und einigermaßen brutalen Zwischensequenzen zeigen. Aber dieser Versuch geht klar nach hinten los, denn ein richtiger Fluss entsteht dadurch nicht. Schon der Anfang macht dem Zuschauer klar, was ihm die nächsten 80 Minuten bevorsteht. Ein Film, der es vielleicht mit seinen Verschachtelungen ganz gut meint, aber er im Endeffekt daran scheitert. Es gibt gewisse Momente und Szenen, die gut gelungen und unterhaltsam sind, aber diese sind eher Mangelware und werden von langweiligen Szenen übertrumpft. Ein Vorteil, den "Blair Witch 2" bieten kann, ist hingegen der gute Soundtrack, harte Rockmusikklänge von den Queens of the Stone Age oder Marylin Manson können sich hören lassen. Das verstärkt aber nicht unbedingt die düstere Stimmung, die der Film vermitteln möchte. Die FSK 18 Freigabe interpretiere ich mal so, dass sich die Macher dachten, dass sie den Zuschauern irgendwas bieten müssen. Wo der erste Teil noch auf jegliche Art von Gewaltdarstellungen verzichtet hat, bekommt man im Sequel die ein oder andere blutige Sequenz aufgebrummt. "Blair Witch Project" wurde und wird aufgrund seiner einmaligen Atmosphäre von vielen vergöttert, der zweite Teil wollte anscheinend wegen seiner Gewalt für Aufsehen sorgen. Ich persönlich bevorzuge da allerdings die Atmosphäre.
Die Schauspieler in "Blair Witch 2" agieren sehr unglücklich, ihnen ist es mehrmals zu verdanken, den Film zum absoluten Langeweiler verkommen zu lassen. Da hilft es auch nicht, wenn in den letzten 10 Minuten die tatsächlichen Ereignisse der mysteriösen Nacht gezeigt werden und der Film mit einem Unhappy-End aufwartet. Der mögliche Schock, den man wegen des Endes davontragen könnte, bleibt auch aus, also wurde auch das letzte gute Vorhaben, das die Macher ursprünglich hatten, zerstört.
Schlechter Film mit einigen sehr gedehnten Längen und unmotivierten Schauspielern. Dazu kommen noch der Möchtegern-Gruseleffekt und der Versuch, einen düster-brutalen Horrorfilm zu drehen. Zu 95% wurde aber jedes der zahlreichen Vorhaben falsch oder schlecht in die Tat umgesetzt, wodurch "Blair Witch 2" gerade noch 4/10 Punkte erhält.
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