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German Fried Movie (1991)

Eine Kritik von McHolsten (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 25.09.2005, seitdem 1365 Mal gelesen


Uwe Boll hat es schon schwer als Filmemacher. Die einen attestieren ihm Herzblut und Bodenständigkeit, die anderen hassen ihn wegen seiner besseren „Amateur-Filme“ ohne wirkliche Professionalität aber mit überfrachteter Sinnlosigkeit. Doch erst seit seiner Verfilmung von „House of the Dead“ ist er im Munde, vorher schon aber drehte er Filme die genauso die Lager spalteten; sicherlich darf „German Fried Movie“ zu diesen gezählt werden:

Der deutsche Pedant zu „Kentucky Fried Movie“ wartet zwar mit einem ähnlichen Konzept wie sein amerikanisches Original auf, kann trotz ebensolch gallenartigem Humor im direkten Vergleich nicht sonderlich überzeugen - zu selten „zündet“ richtig was von den Gags, diese sind aber dafür richtig schön böse in den meisten Fällen. Längst haben wir die Zukunftsvision von 2004 eingeholt, in dem 1993 gedrehten Film ist dato 2004 die Gesellschaft zusammengebrochen und das TV ein Spiegel (äußere „Rahmenhandlung“: ein Mann der sich den Stumpfsinn anschaut) dieser: Krankenhausaufenthalte von Kassen-Patienten eine Tortur, Soaps wie „Terror Comedy“ erzählen aus dem Leben von RAF-Mitgliedern oder auch Interviews von Selbstmördern kurz vor dem Exitus bestimmen das Programm. Dazu kommen Szenen über die Gladbecker Geiselnehmer (erinnert Euch an Silke Bischof) oder die „Herzblatt“ Persiflage „Herzschuss“ Somit gibt es keine wirkliche Spielfilmhandlung sondern viele kleine Episoden von unterschiedlicher Machart und Qualität.

Die meisten sind schon etwas länger, das Problem hierbei: taugt was nicht taugt es länger nicht, zumindest ist man so fair den Zwischenschnitt auf den pennenden oder einfach nur gelangweilten „realen“ TV-Gucker einzublenden; die Flachzoten schwanken je nach individuellem Befinden: viele Gags sind eh Geschmackssache wobei ein eher Freunde von derberem Humor ihren Spaß haben - doch ganz so zotig und debil wie bei "Underground Comedy Movie" geht es hier nicht zu. Wie gesagt eher zynisch-(medien-/gesellschafts)kritisch sind die Sketche ausgefallen, von anarchistischem Grundtenor durchzogen auf jeden Fall Gemüter scheidend; sicherlich einer der Filme von Boll die er mehr als Spaßprojekt gemacht hat ohne wirklich Massen begeistern zu wollen. Dies wird aufgrund des Amateur-Looks eh weniger gelingen, der Film ist eine schrille Undergroundproduktion von Fans für Fans. Wobei ich sagen muss das mir "House of the Dead" nicht gefallen hat, daher war ich von diesem Boll-Werk positiv überrascht!


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