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Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte (2000)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 12.03.2003, seitdem 754 Mal gelesen


Erin Brockovich ist eine allein erziehende Mutter, die als Aushilfe einer Anwaltskanzlei einen Umweltskandal aufdeckt: Das ist, grob zusammengefasst, die Geschichte von dem der Hautperson gewidmeten Titel "Erin Brockovich", die auf wahren Begebenheiten von 1993 beruht.

Die Filmversion besitzt zwar viel Herz und Seele, doch ein Dauerbrenner ist sie nicht. Die Handlung zieht sich allmählich in die Länge, um dann abrupt zu enden. Von der wichtigen Gerichtsverhandlung, auf die den ganzen Verlauf über hingearbeitet wird, ist letztendlich nichts zu sehen. Der Spannungsbogen hält sich doch ziemlich in Grenzen und wird bei mehrmaligem Ansehen kaum noch gegeben sein, sodass dieses Werk den Einweg antreten kann: Zu einem weiteren Konsumieren reizt der Film also nicht. Trotz alledem ist "Erin Brockovich" keineswegs ein schlechtes Werk. Gefühle werden mehr als ausreichend beleuchtet, wozu die Schicksale der von der Trinkwasserverseuchung betroffenen Familien, aber auch Erins eigene private Probleme zählen.

Die Hauptperson steht hier sowieso neben der Handlung um den Umweltskandal im Mittelpunkt. So werden einige Charaktereigenschaften der Erin Brockovich voyeuristisch zur Schau gestellt. Die toughe und selbstbewusste, oftmals daher auch einen Minirock tragende Frau kann manchmal ein emotionales Feuerwerk sein. Aus ihrem großen Mundwerk rutscht ihr des öfteren ein ausfallender, beißerischer Ton und unbekümmerte Dreistigkeit heraus. Das Julia Robert für diese Verkörperung einen Oscar erhielt, sagt so ziemlich alles zu ihrer hier bisher wohl besten Leistung. Albert Finney gibt sich als müder Anwalt aber ebenso brillant. Warum man hier jetzt stilistisch offenbar einen Farbfilter verwendete, der mit seiner bräunlich-orangen Intensität das Bild erwärmt und die Luft trocken erscheinen lässt, ist jedoch diskutabel. Der genaue Zweck will sich mir nicht so recht zeigen.

Eine nur befriedigende Kameraarbeit, sowie ein in den entscheidenden Passagen schlecht gewichteter Plot, der die sicherlich interessante Gerichtsverhandlung beispielsweise außer Acht lässt, sondern nur das Ergebnis bekannt gibt, sind nicht die einzigen Mängel, die dazu führen, dass der Reiz von "Erin Brockovich" trotz einer herausragenden Julia Roberts nach einmaligem Ansehen ausgeschöpft ist. (6+/10 Punkten)


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