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Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte (2000)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 31.03.2003, seitdem 667 Mal gelesen


Julia Roberts stöckelt sich durch ihre oscargekrönte Rolle und was bleibt ist die Quersumme aus einem „Silkwood“-ähnlichen Umweltskandal, der langsam mittels einer ausbildungslosen Rechtsanwaltsgehilfin aufgedeckt wird und den familiären Problemen, die das für einen geschiedene Mutter mit zwei Kindern aufbringt.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Story mit Miss Roberts im Sinn dementsprechend aufgemöbelt wurde, denn die Rolle sitzt wie Faust aufs Auge, doch ist das auch das wesentliche Element, weswegen man sich den Film anschauen müßte.
Immerhin basiert der Film auf einem wirklichen Fall, präsentiert reale Figuren und folgt tatsächlichen Ereignissen, so daß auch da ein wirkliches Interesse hätte vorherrschen müssen, doch in den zusätzlich eingefügten „Family Troubles“ geht das ein wenig unter, weil das hier eben doch ein Schauspielerdrama ist.

Soderbergh wählt seinen Inszenierungsstil bedächtig und dennoch sicher, präsentiert den sonnendurchfluteten Süden der USA als eine farblich grell ausgebleichte Einöde, in der sich das Schicksal der unterprivilegierten Mittelschicht natürlich noch realistischer ausmacht.
Nur ist die in High Heels, kurzen Lederröcken und extrem tiefen Ausschnitten dahinstöckelnde Erin eine derartige Phantasiefigur, das die biographischen Elemente des Dramas desöfteren wieder entwertet werden, weil man das Gefühl hat, einem reinen Unterhaltungsfilm beizuwohnen.

Möglich, daß den Untiefen des bekannten Umweltgerichtsdramas ausgewichen werden sollte und das ist auch gelungen, doch die Hin- und Hergerissenheit zwischen den beiden wesentlichen Elementen des Plots trägt nicht gerade zur inneren Geschlossenheit des Films bei.
Bliebe noch die Frage, ob die Roberts den Award dafür verdient hat.
Schwierig zu sagen, denn einerseits kommt die Figur geschlossen rüber, andererseits ist sie so durch und durch Roberts, daß die Kritiker genausogut recht haben könnten.
Die anderen Figuren leiden darunter, Finney als Chef noch am wenigsten, doch Aaron Eckhardts Harley-Davidson-Rocker hätte größerer Tiefe bedurft als seine Auftritte hergeben. Vor allem, wenn er gegen Ende Roberts verläßt, eine Weile nicht da ist, später aber bei Bedarf einfach so wieder auftaucht.

Letztendlich ist es ein unterhaltsames Frauenschicksal, von dem man sich als Zuschauer wünschen würde, daß es so auch in Realität gewesen ist und dessen Feelgood-Faktor den Leidensweg der hier vom Wasser verseuchten Krebspatienten unzufriedenstellend abmildert.
Hauptsache halt, der Protagonistin widerfährt Anerkennung. (7/10)


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