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Akte Jane, Die (1997)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 19.12.2005, seitdem 228 Mal gelesen


Zumindest ist Ridley Scott ("Gladiator", "Black Hawk Down") Garant für optisch und akustisch erstklassige Filme. Mit inhaltlicher Tiefe und Anspruch siehts dabei zu Gunsten von Heroisierung und Krawumm meist weniger gut aus. Ganz genau so verhält es sich auch bei der "Akte Jane", die irgendwo zwischen Army-Werbefilm und Emanzenaction anzusiedeln ist.
Stets und überall in schicke, durchgestylte Bilder verpackt (Helikopter fliegen hierbei selbstverständlich ständig im Tiefflug durchs Sonnenuntergangspanorama) begleitet der Zuschauer S.E.A.L.-Anwärterin Demi Moore durch die mörderische Ausbildung der härtesten Eliteeinheit der Welt, Gleichberechtigungs-Konflkite mit voreingenommenen Vorgesetzten und schließlich auch einen kleinen aber feinen Kampfeinsatz an Gaddafis lybischer Küste. Hier darf sich Kampfsau Demi dann auch in der Praxis bewähren und eher mehr als weniger ihren Mann ("Lutschen die meinen Schwanz!" stehen. Ob das Ganze nun unfreiwillig komisch ist oder nicht, sei jedem selbst überlassen - aber immerhin gaben sich hier alle Beteiligten aller Flachheit und aller Klischees zum Trotz doch Mühe. Demi haut sich mit vollem Elan in den Dreck der vermeintlichen Männerdomäne, "Aaragorn" Viggo Mortensen darf den knochenharten aber letztlich fairen Ausbilder mimen und Regisseur Ridley Scott schließlich sorgt für kernige Action. Richtig ernst wird letztere zwar nur im finalen Einsatz aber das dort Gezeigte weiss mit einigen nett anzusehenden, auf realistisch getrimmten Gefechten zu gefallen. Selbstverständlich dürfen natürlich auch hier die majestätisch einschwebenden Helikopter nicht fehlen, die schließlich den letzten lybischen Widerstand am Strand mit Raketen und Bordkanone zusammenschiessen. Insgesamt macht aber auch die den Film voher dominierende Eliteausbildung dank abwechlungsreicher Aufgaben und gestellter Einsätze bei auf Durchzug gestelltem Hirn genügend Laune um nicht zu langweilen.

Fazit: Auf der einen Seite klischeetriefender und vollkommen anspruchsloser Werbefilm für US-Army und Fraueneinsatz (wie er mittlerweile z.B. im Irak Gang und Gebe ist), auf der anderen Seite dank Ridley Scotts meisterlichem Händchen und unverbrauchter Thematik immerhin ein ordentlicher Genuss für Aug' und Ohr. Dürfte die Wertungs-Lager deutlich spalten...


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