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Nightmare Concert (1990)

Eine Kritik von RAF-Zahn (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 27.03.2006, seitdem 162 Mal gelesen


Es ist immer die Frage, was man als Zuschauer eigentlich von einem Film erwartet. Als ich mir diesen Streifen in der ungekürzten Version besorgt habe, wußte ich schon, dass mich jetzt keine tiefgreifendes Drama oder ein wirklich spannender Horrorfilm erwartet. Somit beurteile ich den Film nur aus der Perspektive des Zuschauers, der Bock auf ein wenig (hier wohl eher ein bißchen mehr) Gore hat.
Die Story ist in diesem Film sowieso nebensächlich und schnell erzählt. Ein alterner Horror-/Exploitation-Regiesseur (gespielt von Meister Fulci selbstpersönlich) wird von wahnhaften Mordphantasien geplagt und wendet sich an einen Psychater, der ihm aus der Misere helfen soll... Beim Thema Story fällt mir gleich der erste Schwachpunkt ein: Die Synchronisation ist wie bei fast allen eingedeutschten Fulci-Filmen äußerst grottig. Oft hatte ich den Wunsch den Film lieber auf italienisch mit Untertiteln weiterzuschauen. Aber wie oben beschrieben erwartete ich freudig, das in vielen Rezensionen angekündigtete Gore-Feuerwerk. Und da enttäuscht der Film ja nun mal überhaupt nicht! Schon die Anfangssequenz, in der ein Mann ein Menschenfleisch-Steak genüsslich zubereitet und verzehrt und anschließend den Rest der gerade verspeisten jungen Frau an die Schweine verfüttert, überzeugte mich, es hier mit einer echten Gore-Granate zu tun zu haben. Natürlich kann man streiten, ob Mord an Kindern, Sado/Maso-Nazis und andere Geschmacklosigkeiten wirklich hätten verbraten werden müssen, allerdings kann man - gerade am Ende des Streifens - eine augenzwinkernde Selbstironie attestieren.
Lucio Fulci - gebeutelt von schwerer Krankheit - wollte am Ende seines Lebens eben allen Fans seiner blutigeren Streifen ein kleines Geschenk machen und das ist meiner Meinung nach ganz gut gelungen. Empfehlen kann ich den Film eh nur Menschen, die sich auch für stumpfe Machwerke wie "Glockenseil" und "Geisterstadt" erwärmen können und daran vor allen Dingen den genüsslich ausgebreiteten Goreszenen etwas abgewinnen.
6/10 insgesamt, ginge es nur um Splatter 10/10


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