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Virgin Suicides - Verlorene Jugend, The (1999)

Eine Kritik von schatzibobbers (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 27.10.2009, seitdem 84 Mal gelesen


Mit ihrem Regiedebüt THE VIRGIN SUICIDES legt Sofia Coppola eine beeindruckende Milieustudie über das Schicksal fünf jugendlicher Teenies an den Tag, die zudem das Zeitkolorit der 70er Jahre hervorragend wiedergibt.

Nachdem der zweite Selbstmordversuch der jüngsten Tochter gelingt, ändert sich das Leben der Familie Lisbon auf dramatische Weise. Während die Mutter mit ihrer mütterlichen Fürsorge die Freiheiten der Töchter einschnürt, versucht ihr psychisch zerrütteter Mann mit seinen innersten Prinzipien zu brechen, um den Mädchen wenigstens im Ansatz ein „normales" Teenager-Leben" zu bieten. Als Lux jedoch nach einer Liebesnacht erst am nächsten Morgen zuhause erscheint, eskaliert die Situation...

Sofia Coppola's erfolgreiche Mischung aus Mystery-Thriller, Drama und Teenie-Komödie besticht durch eine unglaublich sensible Inszenierung, welche das Stimmungsbild einer amerikanischen Vorstadt-Idylle mit elegischen Bildern wunderbar einfängt und auf der anderen Seite offenbart, wie eine radikale religiöse Erziehung einen jungen Menschen zerbrechen kann. Dabei gelingt ihr das Kunststück, mittels einer geradezu halbdokumentarischen Erzählweise die Ereignisse weder anklagend noch wertend wirken zu lassen.

Unterstützt wird diese unglaubliche Intensität durch ein Dutzend unbekümmert und absolut natürlich agierender Jungschauspieler, die diesem Film letztendlich einen gehörigen Karriere-Schub verdanken (Kirsten Dunst, Josh Hartnett). Kathleen Turner und James Woods als verzweifeltes Elternpaar stehen dieser Leistung in Nichts nach.

Die Geschehnisse werden als Rückblende mehr als zwanzig Jahre später vom inzwischen erwachsenen Trip Fontaine geschildert. Entgegen der üblichen Kriminalfilm-Struktur ist der Film allerdings weniger darauf aus, das Rätsel um die mysteriösen Selbstmorde zu lösen. Vielmehr möchte man die extremen Stimmungsschwankungen der Geschwister zwischen erster Liebe, Partys und unbändiger Lebensfreude und verzweifelter Todessehnsucht an den Tag legen. Das gelingt nicht zuletzt auch durch die stimmige musikalische Untermalung von „AIR", einer gefühlvollen Kameraarbeit und - wie bereits angesprochen - dem überragenden Schauspielerensemble.

Alles in allem ist Sofia Coppola mit dieser stimmigen Milieuzeichnung über Erinnerungen, Sehnsucht, Liebe und Tod - nicht nur aus meiner SIcht - ein absoluter Kultfilm gelungen. Selten wurde das Sittenbild einer Generation mit einer derartigen Intensität geschildert wie in THE VIRGIN SUICIDES. Ein sicherer Tipp, nicht nur für Cineasten!

(9 / 10)


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