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Minority Report (2002)

Eine Kritik von Outlaw666 (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 09.10.2002, seitdem 357 Mal gelesen


John Anderton(Tom Cruise), Chef der Einsatztruppe PreCrime, verhindert in der Zukunft Morde, die beinahe passieren würden. Dank der psychisch begabten PreCogs, Kinder drogensüchtiger Mütter, weiß die Polizei vorher, wann ein Mord geschehen wird.
Eines Tages sieht einer der PreCogs voraus, wie Anderton einen Mann erschießt. Anderton muß flüchten und untertauchen, er will wissen, wer der Mann ist, den er töten soll. Doch seine alten Kameraden sind ihm schon auf den Fersen...

Ich bin leider schon etwas vorbelastet in den Film gegangen, sprich mit großen Erwartungen. Was mir dann auf der Leinwand geboten wurde, war nicht das, was ich erwartet hatte. Tom Cruise ist halt ein Superstar, und somit dreht sich der ganze Film ausschließlich um ihn und seine Sicht der Dinge. Die anderen Charaktere, allen voran ein exzellenter Max von Sydow als Lamar Burgess, kommen eher selten zum Zuge.
Der PreCog Agatha agiert herrlich distanziert von der Welt, entwickelt aber für mich zu schnell eine Bindung zu Anderton. Immerhin sieht er sie nicht als Mensch und sie kennt ihn eigentlich nicht.

Die Effekte sind gewohnt gut, wobei die Idee der senkrecht fahrenden Autos nett, aber eigentlich sinnlos ist, da es scheinbar immer noch Dreckpisten als Straßen gibt, oder man hat nur einen Weg gesucht, den Lexus unterzubringen. Am gelungensten (für Kinder) sind die Spiders, kleine Überwachungsroboter, die scheinbar eine unerschöpfliche Intelligenz besitzen und sich sogar gegenseitig helfen können. Mir drängte sich da gleich der schale Geschmack der Effektüberfrachtung auf.
Weiterhin werden viele Dinge im Unklaren gelassen, was einerseits gut ist, da man dann über den Film diskutieren kann - siehe auch im Gemeinschaftsforum. Andererseits werden einige elementare Handlungsstränge im Dunkeln gelassen oder als gegeben hingenommen, die es verdient hätten, ausgearbeitet zu werden.

Manche Dialoge werden auch unnötig in die Länge gezogen, und machen den Film so zu einem 145-Minuten-Streifen, was nicht hätte sein müssen, da man ja von vornherein weiß, wenn Tom Cruise dabei ist, kann nichts schiefgehen. Absolut unnötig wie ein Kropf ist die Fahrt zur Erfinderin des PreCrime-Programms. Intelligente Pflanzen und sich an die Frau schmiegende Blumen - das hätte es absolut nicht gebraucht.

Alles in allem ein Film der zum Nachdenken nicht unbedingt anregt, da am Ende des Filmes alles haarklein aufgeschlüsselt wird, und nur wenig im Dunkeln bleibt - eine Unart, die wohl für das weniger intelligente amerikanische Publikum genutzt wurde.
Ein effektüberfrachteter Blockbuster, mit dem sich Spielberg zurückmelden wollte - in meinen Augen ein Fehlschlag. 6/10 Punkten.


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