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Good Will Hunting (1997)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 03.03.2006, seitdem 589 Mal gelesen
Zum Karrierestart schrieben Matt Damon und Ben Affleck gemeinsam ein Drehbuch, der entstandene Film heißt „Good Will Hunting“ und seinen verdienten Erfolg hatte er damals auch.
Titelfigur Will Hunting (Matt Damon) ist ein einfacher Junge, der am liebsten mit seinem Kumpels rumhängt, sich in der Kneipe betrinkt und sich öfter mal prügelt. Vor allem mit Chuckie Sullivan (Ben Affleck) verbindet ihn eine tiefe Freundschaft und Will gefällt sein einfaches Leben, obwohl er nur als Putzkraft in der Uni arbeitet und für seine letzte Prügelei sogar einer Gefängnisstrafe ins Auge sieht. Das ist schon mal angenehm kitschfrei, denn „Good Will Hunting“ bettelt nicht auf klischeehafte Weise um Mitleid mit Jugendlichen aus ärmeren Gebieten.
Doch Will ist hochintelligent mit einer Begabung für Mathematik, was dem Uniprofessor Gerald Lambeau (Stellan Skarsgard) durch Zufall auffällt. Er bewahrt Will vor dem Knast, will ihn fördern – und schickt ihn zur Threapie bei Sean Maguire (Robin Williams)…
Es ist schön, dass „Good Will Hunting“ so viele Klischees umschifft und nicht die übliche Story vom armen Jungen, den die Gesellschaft am hochkommen hindert, erzählt. Stattdessen wird klar, dass es an Will selbst liegt: Seit seiner schlimmen Kindheit in mehreren Pflegefamilien lebt er einfach wie er will und ist glücklich solange ihn niemand daran hindert, aber hat auch keine Ambitionen und ist kaum bindungsfähig. So sind gerade die Szenen zwischen Will und Sean die intensivsten, denn sehr einfühlsam und auf nicht ganz gewöhnliche Art leitet Sean den Jungen, der alle anderen Psychiater vergrault hat.
Zudem besitzen diese Szenen, ebenso wie viele andere Dialoge in „Good Will Hunting“, eine weitere Qualität: Humor. „Good Will Hunting“ wird zwar nie vom Drama zur Komödie, doch die Mischung aus tragischen und komischen Momenten wirkt sehr lebensnah und hilft immer wieder Kitsch zu vermeiden. So werden selbst die Sätze Chuckies, die Will so langsam die Augen öffnen, mit der Drohung begonnen er würde Will die Fresse polieren, wenn er später immer noch mies bezahlte Jobs macht.
Ebenfalls sehr einfühlsam sind die eingeflochtenen Subplots, welche die Geschichte erweitern: Gerald ist sehr ehrgeizig, vergisst darüber aber öfter seine menschliche Seite und hat sich daher auch mit Sean, seinem ehemaligen Zimmerkameraden, zerstritten. Der hat sich gegen die große Karriere entschieden, ist glücklich so, leidet aber unter dem Krebstod seiner Frau. Dann wäre da noch Skylar (Minnie Driver), Wills Freundin, die Will über alles liebt, aber deren Beziehung immer wieder Wills Bindungsunfähigkeit im Wege steht. Gerade durch diese Vielzahl von Geschichten wirkt „Good Will Hunting“ sehr lebensnah.
Doch ein paar kleine Schwächen finden sich schon bei „Good Will Hunting“. Zum einen wäre da das etwas sehr versöhnliche Ende, das nahezu jeden Konflikt löst, zum anderen die etwas sehr ruhige, bisweilen zu langsam Erzählweise. Zwar ist „Good Will Hunting“ angenehm unaufdringlich, doch gelegentlich schwelgt Regisseur Gus Van Sant doch zu sehr in seinen Bildern, obwohl in den Szenen nichts Besonderes passiert (gerade beim häufigen Zusammensitzen von Will und seinen Jungs).
Dafür ist der Film darstellerisch wirklich top, vor allem Robin Williams als Psychiater ist echt phänomenal. Doch auch Matt Damon gibt das Junggenie sehr überzeugend, auch Ben Affleck ist ziemlich gut, aber hat nur einen eher kleinen Part. Ähnliches gilt für Casey Affleck und Minnie Driver, während man für Stellan Skarsgard mal wieder die Rolle des Unsympathen reserviert hat. Die gibt er gewohnt gut, bekommt aber hier sogar mal die Chance gegen Ende des Films einzulenken.
Somit ist „Good Will Hunting“ trotz kleinerer Schwächen ein sehr ansprechendes und lebensnahes Drama geworden, das aber auch die nötige Portion Humor besitzt und toll besetzt daherkommt.
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