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Final Punch (2001)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 22.02.2006, seitdem 315 Mal gelesen


In den letzten Jahren hat sich B-Actiondarsteller Jalal Merhi ja mehr aufs Regieführen verlegt und optisch ist „Final Punch“ auch recht gelungen, nur beim Script hapert es.
Hier wandelt man mal wieder auf den Pfaden von „Bloodsport“, der Kumite-Ersatz sind hier illegale Untergrundkämpfe namens Circuit, die auch den Originaltitel hergaben. Hauptperson Dirk Longstreet (Olivier Gruner) ist nicht nur Professor für Sport am College, sondern auch ehemaliger Circuit-Champion. Da darf dann auch der übliche Anreißer, in dem Dirk ein paar Flegel in einer Bar verwemst, nicht fehlen.
Dirks kleiner Bruder Jeremy (Ilya Morelle) wettet auf die Circuit Kämpfe, wird jedoch von deren Betreiber Vixton Hack (Bryan Genesse) übers Ohr gehauen und steht mit 20.000 Dollar bei diesem in der Kreide. Als Kämpfer soll er die Schulden abarbeiten…

Der x-te Abklatsch von „Bloodsport“ also, doch leider ohne dessen Tempo. Stattdessen muss man die meiste Zeit über auf Action verzichten, erst zum Ende nimmt diese zu. Davor gibt es ein paar kleinere Prügeleien, aber das war es. So beschäftigt sich „Final Punch“ viel zu lange damit wie Jeremy in die Schuldenfalle gerät und sich dann fürs Kämpfen entscheiden muss. Zwischendurch wird es noch pseudodramatisch, denn das Ganze führt natürlich zum Streit der Brüder und obendrein entfremdet sich Jeremiah noch von seiner Freundin. Bei den sülzigen Dialogen wirken diese Anflüge von Dramatik jedoch eher peinlich als wirklich tiefschürfend.
Immerhin inszenatorisch macht Jalal Merhi einen soliden Job, wenngleich hier kein Klischee ausgelassen wird. Der arrogante Obermotz, die Reporterin Nicole Kent (Gail Harris), die über die Kämpfe eine Story bringen will und sich in den Helden verliebt, alles ist dabei. Ganz essentiell natürlich die Trainingsszene beim alten Mentor, in diesem Falle Lenny Grant (Billy Drago). Hat man alles schon mal besser gesehen, aber auch schwächer, denn Merhi vermeidet ganz schlimme Hänger in dem zugegeben ziemlich zusammengeschusterten Plotkonstrukt. Das Ende deutet dann noch sehr dreist auf die Fortsetzung hin.

Es wird leider viel zu wenig gekämpft, aber wenn dann recht ordentlich. Die Inszenierung der Fights ist nicht übermäßig spektakulär, aber doch ganz ordentlich und ein paar schicke Moves gibt es auch zu begutachten. Nur der Endkampf ist eine totale Enttäuschung: Der Obermotz kloppt Dirk die Birne weich, lässt sich aber nach jedem Treffer erst bejubeln, statt ihm den Rest zu geben. Dirk reagiert und siegt mit ein paar wenig aufwendigen Techniken, das ist echt kein toller Showdown.
Überraschend prominent kommt die Besetzung daher, mit einem ganz ordentlichen Olivier Gruner in der Hauptrolle, der aber schon mal besser war. Billy Drago kann noch punkten, während Bryan Genesse etwas gelangweilt wirkt. Jalal Merhi hat als Chefredakteur eine Minirolle, an Frechheit grenzt die Nennung von Loren Avendon und Michael Banks im Vorspann, die hier nur bessere Gastauftritte absolvieren. Ersterer ist am Ende ganz kurz zu sehen, letzterer darf zwei kurze Circuit Kämpfe bestreiten.

Dank der guten Inszenierung und der wenigen, aber schicken Fights ist „Final Punch“ immer noch unterdurchschnittlich geraten, doch die Story ist ebenso innovationlos wie lahm. Da gibt es wesentlich bessere „Bloodsport“-Varianten.


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