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Joint Security Area (2000)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 02.09.2006, seitdem 474 Mal gelesen


„Joint Security Area“ oder kurz „JSA“ ist ein ambitionierter, recht politischer Film, der nicht nur unterhält, sondern auch eine Botschaft vermitteln will.
Geteilte Länder sind Krisenherde, so wie Korea, das ähnlich wie Vietnam und Deutschland in der Vergangenheit in eine kommunistische und eine kapitalistische Hälfte zersplittert ist. An der Grenze stehen die Soldaten, die Spannung schwelt und als sie eines Tages ausbricht, soll die unabhängige Gutachterin Major Sophie E. Jean (Yeong ae-Lee) den Fall untersuchen. Es gab zwei Tote, auf beiden Seiten Zeugen, doch die Schilderung zu Beginn des Films reißt nur kurz an, was geschah, enthüllt aber nichts.
Also beginnt Sophie mit ihrer Ermittlung und befragt die Überlebenden auf beiden Seiten. Doch die Aussagen decken sich nicht, alle Beteiligten scheinen etwas verbergen zu wollen, doch Sophie lässt nicht locker…

Was nun folgt ist ein Film, der aus zwei verschiedenen Parts zusammengesetzt scheint. So ist der Film zu Beginn und Ende eher ein Thriller, anfangs sieht es sogar nach einer weiteren modernen Variante von „Rashomon“ aus. Die Zeugenaussagen decken sich nicht, es scheint etwas im Argen zu liegen und die Vorgesetzten sind darauf bedacht, die Sache zu einem Abschluss zu bringen. Doch die Ermittlungen sind nur pro forma, die Ergebnisse interessieren sich nicht, nach Klärung des Falles will man wieder zur Tagesordnung übergehen – bestenfalls vielleicht der anderen Seite wegen falschen Verhaltens noch einen in der Öffentlichkeit drübergeben.
Dabei ist Sophie die einzige, die den wahren Fall nicht vergisst und nachforscht. Und nach gar nicht allzu langer Spielzeit folgt auch eine wahrheitsgetreue Schilderung der Ereignisse, die den Film zum Drama werden lässt. Es geht um Freundschaft, Loyalität und den Menschen – Grenzen und Nationalitäten werden hierbei klein geschrieben. Genau dies ist auch der Appell von „JSA“, der das Schubladendenken der Vorgesetzten immer wieder kritisiert und stattdessen Menschlichkeit und gesunden Menschenverstand propagiert. Leider merkt man, dass „JSA“ seine Botschaft etwas zu wichtig nimmt und so wirkt der Drama-Part stimmig, aber einfach viel zu lang. Nach einer Weile kann „JSA“ hier nichts Neues mehr erzählen, hält jedoch immer noch daran fest und kommt so leider auf unschöne Längen.

Erst gegen Ende wendet sich der Film wieder dem Thrillerpart zu, der nun in einem ganz anderen Licht steht. Das Finale hat wenige Überraschungen, doch viel Tragik zu bieten, die Regisseur Park Chan-wook in stillen Momenten wie dem Betrachten der Fotos gut zum Ausdruck bringt. Auf Schauwerte verzichtet „JSA“ fast kaum, Rückblenden von Kampfhandlungen gehören zur Geschichte und keine Actionszenen, eskaliert ein Verhör, dann hat das dramatische und nicht reißerische Gründe.
Dazu kommt ein wirklich gutes Ensemble, aus dem keiner der Beteiligten herausragt, doch das durch die Bank weg gut spielt. Mit nötigem Feingefühl und ohne schwarz-weiß-Zeichnerei stellen die Schauspieler ihre Rollen dar.

„JSA“ ist gut gespielt und ambitioniert, vergisst über seine überaus löbliche Message hinaus aber stellenweise den Unterhaltungswert. Die Folge sind ein paar kleine Hänger und ein etwas standardmäßiger Thrillerpart, doch überzeugend ist das Ergebnis trotzdem.


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