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Joint Security Area (2000)

Eine Kritik von --- (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 25.11.2006, seitdem 287 Mal gelesen


Story:
Der Todesstreifen zwischen Nord- und Südkorea ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs die tödlichste Grenze der Welt.
Hier stehen sich die Mitglieder einer gespaltenen Nation in unversöhnlicher Feindschaft gegenüber. Doch auch in der Todeszone gibt es Menschlichkeit.
Als ein Soldat auf eine Mine der Gegenseite tritt, werden die Feinde zu Lebensrettern. Eine geheime Kameradschaft entwickelt sich zaghaft zwischen den Grenzposten – bis eines Tages Schüsse fallen, zwei Soldaten tot zusammenbrechen und sich ein Südkoreaner offenbar aus ungeklärten Gründen jenseits der Grenze befand.
Major Sophie E. Lang, eine Schweizerin koreanischer Abstammung, kommt im Auftrag der neutralen Staaten nach Korea um den Vorfall zu untersuchen. Ihre Bemühungen stoßen dabei nicht gerade auf Unterstützung, dafür aber auf zahllose Ungereimtheiten in der Interpretation des Vorfalls durch beide Seiten.


Kritik:
Der Regisseur Park Chan-Wook (vielen hier durch seine Rache-Trilogie Sympathy for Mr.Vengeance, Oldboy und Symopathy for Mrs.Vengeance bekannt) lieferte mit JSA den bis dato erfolgreichsten Film aus Korea. Und obwohl er mit seinem Film ein in Korea sehr heikles und immer noch aktuelles Thema anspricht, gelang es ihm den Film sehr authentisch wirken zu lassen und keiner Seite Koreas wird einen Vorwurf gemacht. Er stellt deren Ansichten gut verständlich dar und zeigt die Annäherungsversuche der beiden Länder unter einem menschlichen Aspekt.

Der Anfang erweckt den Eindruck, dass der Film ein spannender Kriegs-Thriller ist, doch um so weiter die Laufzeit voranschreitet und die Story sich durch die Rückblenden entwickelt, wird er eher zu einem Drama über eine geheime Freundschaft und einem politisch motivierten Verbrechen. Wer hier also einen Kriegsfilm á la Ein Soldat Namens James Ryan oder Black Hawk Down sei gewarnt. In einem Interview sagte Park Chan-Wook, dass gerade in BHD die Menschen abgeschlachtet werden und sie gar nicht als Menschen wirken. In seinem Film sterben weniger Menschen, doch jeder ist ein Individuum. Da hat er Recht. Die Charaktere spielen eine große Rolle und wurden auch mit Bedacht von guten Schauspielern ausgewählt, z.B. Song Gang-Ho (Memories of Murder, Sympathy for Mr. Vengeance, Shiri) als kommunistischer Offizier.

JSA spielt an sehr wenigen Schauplätzen, wirkt auf den ersten Blick nicht sehr aufwendig gemacht, da Park Chan-Wook seine Geschichte auch mit sehr ruhigen Bildern erzählt. Doch spätestens, wenn der Film etwas weiter vorangeschritten ist, erkennt man, wie gut er inszeniert ist und mit welchen ausdruckstarken Mitteln und Szenen er beeindrucken kann. Das Ende fand ich persönlich dann wie auch bei Park Chan-Wook's Rachefilmen wieder sehr ergreifend. Die langsame Kamerafahrt mit den abschließenden Bildern zeigen dann noch mal die Absicht des Regisseurs: Dieser Film steht in jeder Beziehung für die Wiedervereinigung Koreas!

Fazit: Ein Film auf hohen Niveau mit einem interessanten, brisanten Thema, toll erzählt und beispielhaft inszeniert und dargestellt!

Film: 9/10


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