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Reise ins Ich, Die (1987)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 25.09.2006, seitdem 844 Mal gelesen
Mit „Die Reise ins Ich“ kann Regie-Anarcho und Anhänger phantastischer Themen Joe Dante sich mal wieder austoben.
Im Bereich Charaktere ist dabei direkt Schablonenzeichnung angesagt wie man schon an der Vorstellung der Hauptpersonen merkt: Testpilot und ehemaliger Air Force Flieger Tuck Pendleton (Dennis Quaid) ist ein Draufgänger, übermütig und trinklustig, seine Freundin, die Reporterin Lydia Maxwell (Meg Ryan) weiß nicht, ob sie ihn liebt oder hasst, und Supermarktkassierer Jack Putter (Martin Short) ist ein ängstlicher Hypochonder, der stets ungebuttert wird.
Interessant ist allerdings die titelgebende Prämisse: Bei einem Experiment soll Tuck auf Mikrogröße verkleinert werden und in einer Kapsel den Organismus eines Kaninchens bereisen. Doch eine derartige Technologie ist natürlich begehrt und eine Horde von Gangstern stürmt das Labor, zu denen auch der Killer Mr. Igoe (Vernon Wells) gehört. Der hat eine Prothesenhand auf die man illustre Dinge wie Bunsenbrenner oder Bohrer aufstecken kann, was wohl ein kleiner satirischer Seitenhieb auf die Fieslingshelfer in den Bondfilmen sein soll.
Doch ein Wissenschaftler entkommt dem Überfall und injiziert Tuck bei seiner Flucht in Jack. Die Fieslinge sind jedoch immer noch hinter der Technologie her und Tucks Sauerstoffvorrat wird knapp…
Das bietet dann den Auftakt zu einer turbulenten Hatz, bei welcher Humor mal etwas weniger satirisch als bei anderen Filmen Joe Dantes ist. Zwar finden sich auch bissige Kommentare zum Gesundheitswahn und zur Oberflächlichkeit mancher Leute (vor allem in Gestalt von Jacks Arbeitskollegin), doch nach der Einleitung legt „Die Reise ins Ich“ die satirischen Spitzen ab und setzt eher auf normalen Slapstick, z.B. wenn Jack Tuck über Sprechfunk hört und glaubt Stimmen zu hören. Die Gags sind nett, ganz ordentlich getimt, jedoch nicht bahnbrechend und gelegentlich etwas klamaukig (z.B. die Gesichtstransformation).
Dabei gerät der Plot schnell ins Hintertreffen, was aber durchaus vorteilhaft für „Die Reise ins Ich“, denn die Geschichte ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Tempo hat die Hatz zwar, aber logische Nachvollziehbarkeit dafür weniger. Zu oft taucht der deus ex machina auf, z.B. wenn Tuck auf einmal Jacks Gesicht verformen kann, oder Tuck gegen Ende wieder durch Jacks Organismus düsen kann, obwohl er doch nur Sekunden zuvor wegen kaputter Triebwerke bewegungsunfähig war. Die Subplots bleiben da unentwickelt, werden aber auch nur rudimentär aufgegriffen und verschwinden hinter den Schauwerten.
Diese können sich sehen lassen, vor allem die Szenen aus Jacks Innenleben sind tricktechnisch wunderbar gemacht und zeugen von der Phantasie der Macher. Dazu gibt es noch eine ganze Portion sehr jugendfreier Action, die für den Genrefan zwar etwas zu harmlos ausfällt, aber nett gemacht ist. Da verfolgt man sich spektakulär durch die Straßen, dies sogar mehrfach, und selbst ein Duell in Jacks Innenleben hat „Die Reise ins Ich“ ins Ich zu bieten. So unterhält Joe Dantes turbulente Achterbahnfahrt mit originellen Ideen, das Ende bricht immerhin mit einigen Konventionen und die Plotschwächen verzeiht man da dann auch gerne.
Dennis Quaid spielt seine damalige Standardrolle als junger Draufgänger, macht seine Sache ordentlich. Auch Meg Ryan ist gut ohne schauspielerische Höchstleistungen zu erreichen, während Martin Short gewohnt gut kaspert und ein kleines bisschen besser als die beiden anderen Hauptdarsteller ist. Die Nebenrollen sind ordentlich besetzt, u.a. mit Vernon Wells, der schon in „Mad Max 2“ und „Phantom Kommando“ die Fieslinge gab.
So mag die Geschichte zwar nicht das meiste draufhaben und auch mit ein paar sehr auffälligen Logikschwächen zu kämpfen, doch ansonsten ist „Die Reise ins Ich“ turbulentes Unterhaltungskino, das mit netten Gags, schicken Effekten und viel Tempo für Laune sorgt.
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