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Karate Tiger IV - Best of the Best (1989)
Eine Kritik von Darkwater (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 27.05.2011, seitdem 381 Mal gelesen
Mit ewig langen Fortsetzungen und Franchise Ausschlachtungen verhält es sich meist so, dass Teil um Teil schlechter wird, und man am Ende nur noch mit dem Namen versucht, etwas Kohle aus dem ohnehin nicht sehr verwöhnten Publikum heraus zu leiern.
Es ist schön zu sehen, dass Karate Tiger 4 unter der Regie von Robert Radler (der ansonsten in seiner weiteren Karriere für allerlei TV-Serien den Regisseursjob übernahm), hier eine nette Ausnahme bildet.
Zuerst zum Cast:
In Kampfsportfilmen erwartet man naturgemäss keine Oscar-reifen Glanzleistungen. Trotzdem halten sich einige Darsteller wie z. B. der aus einigen vorherigen Kampfsport- und Actionproduktionen bekannte B-Movie Darsteller Eric Roberts, oder Philip Ree, der ebenfalls eine tragende Rolle übernommen hat, recht wacker. Sehenswert ist ebenfalls James-Earl Jones, der trotzdem er noch weit unter seinem Potenzial zu agieren scheint, seine Rolle überzeugend spielt. Einen Recken wie Jean-Claude van-Damme, den man im vorherigen Teil bewundern durfte, reichen sie bei seiner damalig noch relativ lausigen Schauspielkunst locker das Wasser, auch wenn die Darsteller hier noch nicht ganz so viele Stunden für's Bodybuilding ausgegeben haben. ;-)
Der Rest der Darsteller wie z. B. Chris Penn, John Dye oder Sally Kirkland werden leider vom Drehbuch nicht mit grossartigen Charakterprofilen bedacht, sondern spielen eher in der ihnen zugedachte Schablone ihre Charaktere vor sich hin. (Der Öko Freak, der texanische Hitzkopf, die Psychotante, etc.) Bei den Darstellern des koreanischen Nationalteams sieht es noch mauer aus: Man gönnt ihnen neben diversen Trainingssequenzen und dem finalen Turnier gerade mal soviel Screentime um sie möglichst knallhart und unsymphatisch erscheinen zu lassen. Aber letztendlich haben wir in Kampfsportfilmen insgesamt schon wesentlich schlimmeres gesehen, also ist dies durchaus zu verzeihen.
Wie ich schon durchblicken lies, ist das Drehbuch an sich lediglich solide Hausmannskost - überraschende Wendungen sucht man vergeblich. Im Rahmen der Laufzeit hat man aber dankbarerweise auf Klischees wie den typischen Love-Interest verzichtet, und sich mehr auf das wesentliche konzentriert: Das Training, dass in etwa die Hälfte des Filmes ausmacht, und das Turnier am Ende.
Das Set (hauptsächlich das Trainingslager), sowie der Score (der für diese Zeit stiltypisch aus einer Mischung aus Synthiepassagen und dem ein oder anderen Hardrock Liedchen besteht) sind nicht überragend, aber zweckdienlich und passen sich gut in das Geschehen ein.
Der Grund warum dieser Film meiner Meinung nach trotzdem zu den besseren Vertretern der Kampfsportfilmchen zählt, ist die solide Durchsetzung des Themas. Man bekommt eine ganze Menge durchaus ansprechender und ordentlich choreographierter Kampfszenen zu sehen, auch wenn diese logischerweise den Herren des Hong-Kong Kinos lange nicht die Wurst vom Brot klauen können. Dabei wird der Film - abgesehen von ein paar Längen vor dem grossen Finale - selten langweilig. Das Erzähltempo stimmt, die paar Schnulzenmomente, die man aus US-Actionmovies fast nicht wegdenken kann, halten sich ebenfalls in Grenzen, wobei diese gerade von Eric Roberts eigentlich auch verhältnismässig gut gemeistert werden. Es gibt die obligatorische Kneipenschlägerei, stimmige Trainingssequenzen, eine grösstenteils symphatische Riege von Athleten - an für sich ist alles da, was so ein Film benötigt, auch wenn das pseudo-patriotische "U.S.A. Geschrei" zum Anfeuern etwas auf die Nerven geht.^^
Alles in allem ist dies ein netter Film für einen ruhigen Popcornkino Abend. Dieser Film mag kein Meisterwerk sein, jedoch ist er ein solides und unterhaltsames Stück Kampfsportaction, vielleicht gerade weil die Hauptdarsteller nicht nur Abziehbilder sind, sondern im Rahmen der ansonsten spärlichen Charakterdarstellung das beste aus ihren Rollen heraus holen und so erlauben, dem Zuschauer sympathisch zu werden.
Ich gebe dem Film gerade noch eine 7 von 10, und zwar wegen dem dann doch etwas aussergewöhnlichen Ende, dass sich erfrischend vom Großteil ähnlicher Produktionen abhebt.
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