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City Hunter (1993)
Eine Kritik von Fastmachine (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 01.05.2004, seitdem 527 Mal gelesen
Wer sich einen Jackie Chan Film kauft, weiß, was ihn erwartet: leichte Kost. Meist etwas überdrehte Kung-Fu Komödien mit spektakulären Stunts, sowie Kampfeinlagen der ersten Güteklasse. Das die Charaktere etwa so flach wie eine Briefmarke sind und die Story fadenscheinig ist, was soll’s: Wer was mit Tiefgang sucht, greift nicht zu Jackie Chan.
Der City Hunter passt da gut ins Bild. Von manchen Zutaten enthält er vielleicht sogar schon zuviel. Der Film ist auf Grundlage eines Comics entstanden und entsprechend bunt, schrill und überzeichnet geht drin zu. Der City Hunter ist eine selbstparodistische Figur: Mal der Superman, Herzensbrecher und coole Winner Typ, dann im nächsten Augenblick auch wieder die Möchtegern Version von all dem, der in alle Fettnäpfchen tritt und kräftig auf die Klappe fällt. Die Story ist simpel: City-Hunter kriegt von einem steinreichen Verleger den Auftrag, seine ausgebüchste Tochter wieder zurückzubringen. Zusammen mit seiner Assistentin, die ihn ständig entweder rasend liebt oder hysterisch hasst, macht sich er sich auf die Suche. Die erste halbe Stunde ist dabei größtenteils von eher albernen Witzeinlagen gekennzeichnet, erst als alle Hauptfiguren auf einem Kreuzfahrtschiff zusammen kommen, geht auch actionmäßig die Post ab.
Ein Bande Terroristen will das Schiff in seine Gewalt bringen und die steinreichen Passagiere ausplündern. Natürlich haben sie nicht mit City Hunter gerechnet. Eine gute Idee war es, hier noch einige zusätzliche Hauptfiguren einzubauen, die mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten alle für einige zugkräftige Gags und klasse Stunteinlagen gut sind. Als da wären: zwei extrem gut aussehende Privatdetektivinnen, die nicht nur alberne und mannstolle Gänse sind, sondern vor allem eins: clever und schwer bewaffnet in jeder Beziehung. Sogar so schwer, dass eine immer vorne Übergewicht bekommt. Und ein Zocker, der die Bösewichte mit einigen wahrhaft tödlichen Kartentricks in Atem hält, bis zum letzten Trumpf. Mittendrin der City Hunter. Treulos wie immer. Mal seiner Assistentin, dann der entführten Tochter, dann wieder den Privatdetektivinnen zugeneigt. Das ganze überschlägt sich in einem wahrhaften Feuerwerk aus Action und Gags: Wilde Jagden und Kämpfe, Shoot-Outs und Explosionen – alles da, was das Herz begehrt. Nicht ganz ohne Wehmut sieht man diese Passagen, wenn man an die Chan Werke der jüngsten Zeit denkt, die doch deutlich abgebaut haben.
Kurze Bilanz:
Negativ: Der Humor ist sehr albern und oft pubertär, manchmal sogar präpubertär. Nicht alle Gags zünden.
Positiv: Es sind dafür einige sehr schöne Gags dabei, etwa wenn bei der Schlägerei im Schiffskino ein Bruce Lee Film läuft und Bruce dem City Hunter beim Kampf mit Tipps von der Leinwand aushilft.
Negativ: In der ersten halben Stunde nur Albereien, kaum Action.
Positiv: Auf dem Schiff geht es dann richtig zur Sache.
Fazit: Der Humor ist Geschmackssache. Dies ist sicher einer der albernsten Chan Filme. Wer das nicht mag, sollte vom City Hunter die Finger lassen. Wer in Sachen Jackie Chan Einsteiger ist, sollte vielleicht erst zu anderen Filmen greifen.
Für Fans aber gilt: Dieser Film gehört in eindeutig in die Sammlung. Da mich der Anfang etwas nervt, gibt’s nur 7/10, die zweite Hälfte des Films hätte allein sicher mehr verdient.
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