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GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia (1990)

Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 26.06.2007, seitdem 718 Mal gelesen


Martin Scorsese hat es einfach drauf!!!
Robert DeNiro hat es einfach drauf!!!
Joe Pesci hat es einfach drauf!!!
Ray Liotta hat es einfach drauf!!!
Dieser Film ist ein Klassiker des amerikanischen Gangsterfilms.
Prinzipiell ist er einer der letzten wirklich guten Filme von Scorsese.
Doch er hat schon die üblichen schwachen Momente der vielen späteren Werke von Scorsese....

Bereits in Mean Streets zeigte Scorsese seine Vorliebe für eine extreme musikalische Untermalung seiner Szenerie. Was in Mean Streeats dazu beitrug, dass sein Film rauh und wirklich, mit einem wohl nicht ganz ungewollten Hang zum schäbigen, wirkte, ist spätestens ab Good Fellas mehr als nur artifiziell einzustufen.
Dieses wird in seinen späteren Filmen noch ausgeprägter zum Vorschein kommen. Prinzipiell wäre das ja nicht so schlimm, zumal sein Musikgeschmack ja auch den Nerv des Films und der Zeit, in der er spielt, sehr gut trifft.
Aber ab und zu ist einfach zu viel und nervt nur noch.

Da die Story über drei Jahrezehnte geht, gibt es so etwas wie einen geregelten Spannungsaufbau natürlich nicht, dafür ist der Film einfach nur zu episch aufgebaut.
Dennoch das Ende wird einem doch schon spannender vorgegaukelt als dass es tatsächlich ist.

Auch die Charaktere bleiben einem seltsam distanziert, zu keinem gelingt es dem Regisseur eine gewisse Beziehung aufzubauen, lediglich Ray Liottas Ich-Erzähler gelingt das nur ansatzweise, aber der Typ ist einfach nur ein Arsch.
Das macht ihn in letzter Konsequenz nur menschlicher, was den Film dann auch realistischer erscheinen läßt. Aber eine sympathischere - zumindest jedoch sympathischer wirkende Figur (In Es war einmal in Amerika ist Robert DeNiros Charakter auch der Unsympath vom Dienst: Er verrät seinen besten Freund an die Polizei, vergewaltigt seine Jugendliebe usw., wird aber immer als der Sympathieträger des Films dargestellt.)
Einem großen Regisseur sollte man so eine Manipulation des Publikums zutrauen können.
Statt dessen fährt einmal der Lieblingsgiftzwerg Scorseses Joe Pesci mit seinen mittlerweile legendären Gewaltausbrüchen groß auf. Auch dieser Charakter war schon in diversen Filmen von Scorsese auf die eine oder andere Art schon präsent.
Ansonsten leitsen alle Schauspieler ihre Sache wirklich gut, das gesamte Ensemble überzeugt von vorne bis hinten.

Letztendlich haben wir einen wirklich guten Film mit sehr guten schauspielerischen Leistungen auf allen Seiten (das war schon immer eine absolute Stärke von Scorsese-Filmen), einer Story, die Scorsesetypisch verfilmt wird, kaum Überraschungen parat hält, dennoch gut unterhält.

Der Soundtrack nervt ein bißchen ab, die ach so hippe Inszenierung auch ein bißchen...

7 Punkte


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