Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 20.08.2006, seitdem 567 Mal gelesen
Gibt es zur Zeit einen besseren und eleganteren Schauspieler im gestandenen Alter in Hollywood als Morgan Freeman? Nun ja, vielleicht Nicholson, aber Freeman veredelt seine Rollen und egal wen er spielt, alles wirkt würdevoll. Insofern könnte Nicholson wirklich der bessere von beiden sein, da er auch noch immer Figuren schäbig erscheinen lassen kann, wenn er will, aber darum geht es gar nicht. Obwohl Tim Robbins die Hauptrolle spielt, so ist es doch Freeman, der einem noch lange nach Sichtung des Films in Erinnerung haften bleibt.
Das ist nicht das einzig Überraschende an dieser kleinen Perle des Films: Obwohl es ein Knastfilm ist und eigentlich auch nur ein reiner Männerfilm, so ist er doch zutiefst menschlich und sogar Frauen werden an bestimmten Stellen zu Tränen gerührt sein.
Das Humane an diesem Film geht sogar so weit, dass der Film sich noch die Zeit nimmt, für die Zeit nach dem Gefängnisaufenthalt. Und selbst dann ist der Film noch überraschend gut gelungen und in sich geschlossen und rund.
Was einen dann noch mehr überrascht, ist dass ausgerechnet Stephen King die Vorlage hierfür geliefert hat, wodurch einem der Film irgendwie noch ein bisschen lieber wird.
Alles in allem ist das einer der schöneren Knastfilme und verdient irgendwie schon eine sehr hohe Wertung, schließlich gelingt es ihm sogar, für seine beachtliche Länge, nicht einmal sonderlich lang vorzukommen.Doch irgendwas ist dennoch störend. Ist es die typische Hollywoodmusik oder dass der Film in einer Epoche anfängt und spielt, die mich persönlich in so einer derartigen Inszenierung nicht anspricht, weil es dann irgendwie zu nostalgisch rüberkommt? Ich weiß es nicht.
Obwohl ich also weiß, dass er besser sein müsste, bringe ich es nicht fertig, ihm mehr als 8 Punkte zu geben.