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Fisch namens Wanda, Ein (1988)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 03.01.2009, seitdem 658 Mal gelesen


Mit einer Wiedervereinigung eines Teils des Monthy Python Crew war ein Kultfilm geboren: „Ein Fisch namens Wanda“.
Dies ist jedoch nicht nur der Name eines Fisch, sondern auch einer Ganovin. Wanda (Jamie Lee Curtis) überfällt mit Stotterer Kevin (Michael Palin), ihrem beschränkten Lover Otto (Kevin Kline) und dem Boss der Operation, Georges (Tom Georgeson), einen Juwelierladen. Wanda, die alle Männer um den Finger gewickelt hat, beschließt mit Otto die anderen reinzulegen und lässt Georges verhaften – doch der hat die Diamanten bereits beiseite geschafft. Im Grunde ein klassischer Gangsterplot und tatsächlich wirkt „Ein Fisch namens Wanda“ leicht retro, hätte beinahe auch schon 10 oder 20 Jahre früher gedreht sein können.
Um Georges wieder freizubekommen, macht sich Wanda an seinen Anwalt, den steifen Archie Leach (John Cleese) heran, während Kevin eine potentielle Zeugin im Seniorenalter umbringen soll. Das führt jedoch zu einigen Verwicklungen…

Normalerweise erzählen caper movies ja vor allem von der Planung und Durchführung eines Raubes, was „Ein Fisch namens Wanda“ auch tut, doch anschließend geht es hier um die reichlich chaotische Ausführung eines Plan B. Tatsächlich ist die Geschichte hier auch minder wichtig, trotz so mancher putziger Seitenhiebe in Richtung des Gangsterfilms, doch der Inhalt von „Ein Fisch namens Wanda“ ist reichlich sekundär, liefert in erster Linie eine Folie für die Gags ab.
Hier erkennt man auch schnell, wodurch „Ein Fisch namens Wanda“ seinen Kultstatus erhielt: Seinen ganz eigenen Humor, der eine spezielle Note hat, der nichts groß kopiert, sondern ganz einfach sein Ding durchzieht. Vor allem die Figur von Otto ist einfach großartig erdacht: Ein dauernd Männlichkeitsrituale probender Brutalo, der sich dauernd auf Nietzsche beruft und dabei Spielblüten wie „I don’t believe in jelaousy. It’s for the weak.“ bringt. Bitter die Ironie, dass der tierliebe Kevin bei seinen Attentatsversuchen die Hunde anstelle der Zeugin killt, dazu noch einige Wortgefechte, die Gold wert sind. Alles leicht skurril, z.B. wenn Wanda durch das Hören von Fremdsprachen in Fahrt kommt, aber damit ganz eigen.

Da verzeiht man „Ein Fisch namens Wanda“ auch die eine oder andere kleine Länge gerne und die Tatsache, dass nicht alle Gags so wirklich zünden. Gerade die Witzeleien über Kevin Stottern sind irgendwie altbacken und locken niemandem mehr hinter dem Sofa hervor – auch wenn „Ein Fisch namens Wanda“ nicht den Faux Pas begeht Kevin einfach zur Witzfigur zu machen, sondern ihn weiter als ernstzunehmenden Charakter (soweit dies in „Ein Fisch namens Wanda“ geht) behält.
Dass dies alles funktioniert, liegt vor allem am großartig aufgelegten Ensemble. Jamie Lee Curtis als Verführerin mit Herz am rechten Fleck spielt sehr überzeugend gegen die Testosteron-starke Kollegenschaft an, die sich wunderbar ergänzt. Während Kevin Kline von der Leine gelassen seine helle Freude hat, bekommt er mit John Cleese einen herrlich unterkühlten Gegenpart zur Verfügung gestellt. Michael Palin dagegen mimt den kleinen Mann, dessen Stunde irgendwann kommt, nur Tom Georgeson als Boss ist irgendwie etwas blass.

„Ein Fisch namens Wanda“ ist ein kleiner, schräger und sehr witziger Film, der vor allem von seiner großartigen Besetzung lebt. Hin und wieder vielleicht etwas behäbig, aber quasi durchweg amüsant – vor allem wenn Kevin Kline seine exzentrischen Auftritte hinlegt.


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