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True Lies - Wahre Lügen (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 03.03.2002, seitdem 3205 Mal gelesen



„True Lies“ ist Arnold Schwarzeneggers explosive Antwort auf Bond und Co. So beginnt der Film ganz Genre-typisch mit einem Einsatz unseres Helden.
Harry Tasker (Arnold Schwarzenegger) ist Geheimagent und soll aus dem Schloss eines islamischen Milliardärs Daten stehlen. Während Harry die grobe Arbeit erledigt sitzen sein Partner Albert Gibson (Tom Arnold), genannt Gib, und der Hacker Faisil (Grant Heslov) im Ü-Wagen um die Daten aufzunehmen und Harry abzuholen. Nach dem Infiltrieren des Schlosses durch einen Tauchgang in einem Eiskanal marschiert Harry auf die Party und benimmt sich wie ein Snob (und zeigt dabei mehrmals sein Fremdsprachentalent). Der Datenklau geht auch problemlos über die Bühne und Harry hat sogar noch Zeit einen furiosen Tango mit der verführerischen Juno Skinner (Tia Carrere) aufs Parkett zu legen. Lediglich seine Flucht gestaltet sich schwierig und Harry muss seine Sportlichkeit und Zielgenauigkeit beweisen.
Schon diese Szene macht einfach Spaß und ist zugleich eine launische Parodie auf die Einsätze eines gewissen James B. Auch die Actionszene, die den Einsatz beendet, besitzt Referenzqualitäten: Während Harry den Berghang herunterflieht, muss er sich jeder Menge schwerbewaffneter Bodyguards auf Skiern und Schneemobilen erwehren. Diesen Kugelhagel hat James Cameron bildgewaltig in Szene gesetzt.

Für seine Frau Helen (Jamie Lee Curtis) und seine Tochter Dana (Eliza Dushku) ist Harry lediglich ein langweiliger Computerverkäufer. Leider merkt Harry nicht, dass beide wenig Vertrauen in ihn setzen, da er sich zu sehr auf die Terroristenjagd konzentriert. Aktuell muss er sich auf Salim Abu Aziz (Art Malik) konzentrieren, der anscheinend mit Juno Skinner zusammenarbeitet. Harry macht Juno seine Aufwartung und kurz darauf muss er schon einem Mordanschlag entgehen. Leider kommt er dadurch zu spät zu seiner Geburtstagsfeier. Am nächsten Tag will er sich bei Helen für sein Verhalten entschuldigen und muss feststellen, dass diese Affäre mit einem gewissen Simon (Bill Paxton) hat...
„True Lies“, basierend auf dem französischen Film „La Totale“, mischt die beiden Handlungsstränge von Harrys Terroristenhatz und seinen familiären Problem zu einer furiosen Actionkomödie, welche zu 50% aus Action und 50% aus Comedy besteht. Eigentlich eine Seltenheit im Genre, da meist entweder der Actionaspekt („Bad Boys“) oder die Comedy („Last Action Hero“) stärker betont werden.
Die Action bietet eine bunte Mischung verschiedener Aspekte, sowie bei Spionagefilmen der Marke Bond, „Mission: Impossible“ etc. üblich. Doch egal ob Verfolgungsjagd, Shoot-Out oder Prügelei – stets enden die Actionszenen in einer gewaltigen Zerstörungsorgie, deren Höhepunkt die Materialschlacht beim Hafen-Shoot-Out ist.
Für die Comedy sorgt meist der sehr talentiert Tom Arnold, der leider durch unglückliche Rollenwahlen der Marke „Big Bully“ seinen Durchbruch verhindert hat. Seine Darstellung des sarkastischen und gestressten Gib ist einfach göttlich. Denn der von drei Ehefrauen bereits verlassene Gib bildet einen genialen Kontrast zu dem naiven Harry, dessen Idee vom Familienglück immer mehr ins Wanken gerät. Arnie spielt den harten Mann, was seine Rolle viel lustiger macht als gewollt komische Rollen (mit Grauen erinnere ich mich an das Rumgehampel aus „Junior“). Hinzu kommen augenzwinkernde Parodien auf Agentenfilme (schon allein Charlton Heston als Vorsitzender der Geheimorganisation Omega, für die Harry arbeitet, weckt jede Menge Assoziationen), urkomische Situationskomik und markige Sprüche.

Die Story ist ziemlich einfallsreich und lässt das Feuerwerk mit eine Länge von ca. 140 Minuten nie langweilig werden. Überraschende Wendungen und coole Einfälle (z.B. die Figur des Simon und ihr Hintergrund) runden den guten Eindruck der Story ab.
Die Musik hat einen ganz eigenen Stil, aber der instrumentale Score geht ins Ohr; vor allem das eingangs gespielte Stück kommt öfter im Film vor und erweist sich als gelungene Untermalung.
Die Schauspieler spielen ihre Rollen eher oberflächlich, was aber zu dieser Art von Parodie sehr gut passt. Vor allem Schwarzenegger beweist mit seiner Darstellung genug Selbstironie im Bezug auf vergangene Machofilme. Doch man kann die meisten Leistungen der Schauspieler als recht gut bezeichnen, lediglich Jamie Lee Curtis kann ein wenig mit ihrer Darbietung herausragen. Alles in allem sind die Darsteller zwar nicht Oscarreif, von der Bezeichnung schlecht aber weit entfernt.
James Cameron, der mit Arnie bereits die „Terminator“-Filme drehte, inszeniert „True Lies“ als atemberaubende Materialschlacht und beweist Gespür für großartige und bombastische Szenen.

„True Lies“ ist für mich zweifellos der beste Schwarzeneggerfilm, der eine perfekte Mischung aus Action und Comedy mit einer intelligenten Story verbindet.


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