|
 |

Ansicht eines Reviews
Signs - Zeichen (2002)
Eine Kritik von Bruce Lee (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 19.09.2002, seitdem 772 Mal gelesen
Achtung, extremste Spoiler (incl. Filmende)! Nur bei Nichtinteresse oder Kenntnis lesen.
Genüßlich hatte ich mich niedergelassen. Das Licht ging aus und der Vorspann begann. Ich lehnte mich zurück und erwartete gleich eine kurze Einführung und wollte dann mitten im Geschehen sein.
Soweit so gut. Im Geschehen war ich. Leider fehlte aber die Spannung, um mich auch beim Geschehen zu halten. Dies lag vor allem an der starken Einsparung des Regisseurs M. Night Shyamalan an der Filmmusik. Die Minuten zogen sich daher endlos lang.
Graham Hess, alias Mel Gibson, erwacht jäh aus einem Alptraum, läuft in der Wohnung herum und putzt sich die Zähne. Es ist still... Plötzlich ein Schrei! Er stürmt nach draußen, wo er auf seinen Bruder Merrill , gespielt von Joaquin Phoenix, stößt, der kurz vorher aus dem Bett gefallen ist, da auch er den Schrei gehört hatte. (Es gab immer noch keine begleitende Musik, wie zum Beispiel bei Hitchcock Filmen, um die Spannung widerzuspiegeln!) Beide laufen nun in Richtung der Schreie: Ins Maisfeld. Dort findet Graham seine Kinder, gespielt von Rory Culkin und Abigail Breslin, wieder. Sie haben einen großen Kornkreis entdeckt. Sind hier etwa Außerirdische gelandet?
In den nächsten Tagen spitzen sich die Ereignisse zu. Die Nachrichten bringen nichts anderes mehr. Überall auf der Welt werden urplötzlich Kornkreise entdeckt. Man geht von einer Invasion aus. (Die Nachrichtensprecher im Fernsehen und im Radio bringen am laufenden Band News. Hierzulande wären sie allerdings gefeuert worden: Ganz ruhig erzählen sie von den vermeintlichen Aliens, die Menschen angegriffen haben, als wenn auch sie, wie ich, sich gleich schlafen legen würden...)
Die Tiere in der Umgebung spielen verrückt. Der Sprecher im Radio meint, sie würden vermutlich etwas wittern... Kurze Zeit später folgt die Szene, wo Grahams Hund durchdreht. Plötzlich springt er auf und knurrt die Kinder an, die am Haus auf den Vater warten. Der ist mit seinem Bruder noch im Maisfeld... Diese Szene gefällt mir im Film am Besten, da der Schreckmoment perfekt ist. Doch leider bleibt es fast nur bei dem einen. Am Ende hat der Junge den Schäferhund getötet, ohne selbst einen Kratzer abbekommen zu haben. Lachhaft, aber insgesamt zu vernachlässigen. Die Szene ist viel zu schnell vorbei.
Langsam erfahren wir immer mehr über den Tod von Grahams Frau. Aber die Nackenhaare stehen einem dabei nicht zu Berge. Man nimmt die Bilder des Unfalls einfach nur auf. Man springt zwar unverhofft in die Vergangenheit, aber die Bilder wirken nicht bedrohlich und die Musik ist wieder einmal nicht so richtig vorhanden. Ich bin der Meinung, dass die Szenen den Zuschauer nicht richtig fesseln. In anderen Filmen wühlen einem solche Bilder auf. Hier sieht man sie sich einfach nur an und denkt nur: „Oh. Ein Unfall. Toll!“ Eine hektischere Kameraführung hätte vielleicht an der Stelle gut getan. So hätte man gezeigt, dass diese Szene bedrohlich sein soll und auch genauso in Grahams Kopf herumgeistert und ihn um den Schlaf bringt.
Der damalige Unfallfahrer, der Grahams Frau getötet hat, ruft mit einem Mal bei ihm an. Legt aber nach ein paar Worten auf, ohne seinen Namen gesagt zu haben. Graham hatte ihn erkannt und fährt zu ihm. Die Wohnung ist aber leer... Als Graham weggehen will, sieht er den Mann in einem Pickup sitzen. Der Typ scheint völlig durch den Wind zu sein und sagt nur, dass er fort will. Zum Wasser. Ganz beiläufig erwähnt er, er habe ein Alien in die Vorratskammer eingesperrt und braust dann davon. Da fragt man sich doch: Wie zu Teufel hat er das geschafft? Zwar kann man sich am Ende des Films es sich denken, aber bis dahin vergeht einige Zeit. Ich fand diese Szene an der Stelle nicht ausführlich genug.
Graham schaut sich als nächstes den Alien an, indem er mit einem Messer unter der Tür hindurchlinst. Das Alien greift ihn unvermittelt an und er hackt dem Alien ein paar Finger ab. (Film-)SCHNITT... Diese paar Minuten wurden gut gefilmt und ich war auch wieder voll dabei. Mir waren sie aber dennoch zu kurz.
Nur wenig später musste sich noch die Familie Hess im Keller verbarrikadieren, weil die Aliens ins Haus eindrangen. Es kam richtiger B-Movie Charme auf. Die Dialoge waren langweilig und das Finale viel zu einfach. Sie mussten nämlich nichts tun!! Nach ein paar Stunden konnten sie den Keller verlassen und die Aliens waren verschwunden. Der Nachrichtensprecher erzählte von einer Flucht, wusste aber selbst nicht, woran dies nun lag. Doch der Zuschauer sollte nicht mehr lange hingehalten werden:
Der Sohn von Hess war plötzlich im Arm eines schlecht gerenderten Aliens. (oder steckte ein Mensch unter einer Gummimaske??) Alle Filmelemente brachten plötzlich einen Sinn. Die Gläser mit dem Wasser, die die Tochter überall halb ausgetrunken stehen gelassen hatte, der Baseballschläger an der Wand, sogar die letzten Worte der sterbenden Frau Hess. Alles fügte sich ins Geschehen ein. Das ist auch die Aussage des Films: Es gibt keine Zufälle. Alles ist vorherbestimmt.
5 Minuten später war der Film zu Ende... Ich saß da und wartete auf einen richtigen Schluss, aber da waren nur die silbernen Lettern auf der Leinwand, die ich schon vom Anfang her kannte...
Letztendlich war Signs ein langweiliger Mysteryfilm, der nicht mal an Akte X ranreichen kann. Schade. Ich habe mir wesentlich mehr erhofft. Aber man kann es ja nicht jedem Recht machen. „Sixth Sense“ und „Unbreakable“ von M. Night Shyamalan haben mir immerhin sehr gut gefallen. (04/10)
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Bruce Lee
Zurück
 |
 |
|