|
 |

Ansicht eines Reviews
It's All About Love (2003)
Eine Kritik von deadlyfriend (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 27.10.2008, seitdem 225 Mal gelesen
Es ist das Herz.
Wir befinden uns im Jahr 2021. John (Joaquin Phoenix) reist nach New York um sich endlich die unterschriebenen Scheidungspapiere von seiner Frau Elena (Claire Danes) abzuholen. Direkt am Flughafen muß er nur wenig verwundert über die Leiche eines Menschen steigen, die am Fuße einer Rolltreppe liegt. Der Tote bietet aber keine großartige Besonderheit mehr, da in der Stadt einiges an kürzlich Verstorbenen vorzufinden ist. Einige liegen einfach auf der Straße, andere wurden vorsorglich in Abfalleimern verfrachtet. Ein Anblick den aber kaum noch jemanden zu stören scheint. Es ist das Herz. Sie sterben an Einsamkeit. Dies ist aber nicht alles was sich seit heute verändert hat.
Im TV beobachtet er die Aufhebung der Schwerkraft in Uganda und mitten im Sommer beginnt es in New York zu schneien.
Keine Wetterkapriole, eher der Anfang vom Ende. Der Planet wird untergehen.
Thomas Vinterberg präsentiert hier einen Genremix der so abstrus erscheint, das er gar nicht funktionieren kann. Wir haben hier Sci-fi Elemente, Endzeitvisionen, Thriller-Anleihen und in diesem Rahmen eine Liebesgeschichte. Das es trotzdem klappt liegt einzig und allein am Regisseur. Er erschafft eine unglaubliche Atmosphäre, die ich vorher noch nie gesehen habe. Die Kälte die den Planeten umklammert, spiegelt fabelhaft das Innenleben der Menschen wieder. Jede Einstellung sitzt, nichts ist überflüssig. "It`s all about love" wimmelt nur so von Metaphern. Der Score verschmilzt mit den Bildern zu einer Symbiose die man niemals mehr trennen darf. Die Darsteller spielen auf einem unglaublichen Level. Nichts an Defiziten ist hier auszumachen.
Zudem wirkt alles gar nicht so weit weg. Vieles kommt einem bekannt vor. Nicht aus anderen Filmen. Nein, wir sehen in vielen Facetten unseren heutigen Alltag innerhalb der Ellenbogengesellschaft. Jeder ist sich selbst der Nächste. Ein Funken Liebe ist der letzte Halt an den wir uns klammern. Wir nehmen erst wahr was passiert, wenn es zu spät ist.
Als wenn das alles für einen Film nicht reichen würde gibt es dann noch einen unglaublichen Bonusfilm im Film:
Der Nebenplot der von Sean Penn völlig alleine getragen wird, ist an Genialität kaum noch zu überbieten.. Aus einem Flugzeug heraus leistet er in Monologen den letzten Bericht über den Zustand der Welt. Diese Szenen sind unglaublich melancholisch, ja fast schon depressiv, wenn er mit Wehmut und famosen Erkenntnissen dem sicheren Ende entgegen fliegt.
In den letzten Jahren sind Meisterwerke ein wenig seltener geworden. Dies ist eins und ich kann neben meinem Hut nur die Höchstwertung ziehen.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von deadlyfriend
Zurück
 |
 |
|