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28 Days Later (2002)
Eine Kritik von arsvivendi (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 19.11.2005, seitdem 301 Mal gelesen
Ich habe lange überlegt, ob ich den Film doof, aärgerlich oder schlicht überflüssig finde.
Er ist ein gutes Beispiel, wiewenig man aus einer guten Idee ( auch wenn sie geklaut ist ) machen kann.
Wo sich Regiesseur Boyle bedient hat, wurde schon umfassend erläutert, ich würde vielleicht noch "12 Monkeys" und "Crazies" hinzufügen.
Im Grunde bekommt man hier drei Filme in einem:
Der erste, atmosphärisch dichte und spannende, Teil.
Der zweite "Landpartie" Teil, in dem die Protagonisten ob der Schönheit der Landschaft dermassen blöde handeln, das man sich wundert, warum überhaupt noch einer den dritten Teil erlebt
Der dritte Teil, fast schon eine Hommage an "Alamo", mit Logiklöchern groß wie England und einer Motivation die zum Himmel schreit.
Am Anfang erwacht der Hauptdarsteller, ein Zugeständnis an die Technogeneration und demendtsprechend fehlbesetzt, als einziger Überlebender im ansonsten leeren Krankenhaus. Warum ihm während seines Komas keiner der 11 Millionen Londoner den Schniedel angeknabbert hat liegt wohl an seinem Mundgeruch.
Er latscht im Kittel durch London, hier gelingen wirklich beunruhigende Bilder, und hat das erste Treffen mit einem der "Besessenen" - für ihn natürlich ziemlich verwirrend.
Warum es zu der Epidemie kam wird im Prolog sogar recht plausibel erklärt und spielt mit der Angst der Menschen vor unbekannten Viren.
Er trifft auf ein Überlebenden Päärchen, die natürlich tough sind und hat fortan Gelegenheit, seine Dusseligkeit permanent unter Beweis zu stellen, was direkt zum Ableben eines Drittels der Überlebenden führt.
Die Infizierten sind übrigens keine langsam schlufenden Dumpfbacken , sondern rasante kleine Killer, die frappierende Ähnlichkeit mit den Reapers aus Blade 2 haben. Aber : wo sind die 11 Millionen Londoner hin?
Überhaupt ist alles sauber, aufgeräumt und langweilig.
Das unsere Helden ein Problem haben, Schusswaffen zu besorgen ist in England sogar plausibel, aber etwas mehr als ein Baseballschläger sollte man schon auftreiben können. In einem Hochhaus trifft man , verfolgt von 2(!) Infizierten (wo sind die 11 Mill....) auf Vater und Tochter und flieht mit einem London Taxi - super. Nach Monaten der Entbehrungen hat man sogar die Idee, einen Supermarkt zu plündern.
Das Militär hat sich seit 1985 nicht wesentlich verändert, der Showdown ist schlichtweg scheisse.Unser ( immer noch dusseliger)Held mutiert zum Vorstadt Rambo um die Holden zu retten, das macht ihn aber auch nicht spannender. Wie schon in "Zombie" tippeln unsere Helden in eine ungewissen Zukunft, um dann von eine Harrier entdeckt zu werden, inmitten der Einöde ( warum ist man nicht direkt dahin gefahren?) Kurioserweise sind die Infizierten verstorben. Jau, watt en Quatsch.
Der erste Teil des Films überzeugt durch die morbide Idee und den Niedergang der Gesellschaft. Nach 25 Minuten kann man den Film getrost abschalten und "Zombie" einlegen, ohne nennenswert was zu verpassen. Was extrem nervt ist der "Pseudorealistische" Stil durch die Digitaltechnik. Überhaupt ist der visuelle Stil des Films eines seiner größten Mankos, Es nervt einfach. Die Angriffe der Infizierten lassen noch einmal Spannung aufkommen, aber speziell der Hauptdarsteller bleibt farblos ohne die Möglichkeit der Identifikation.
Tja, leider eine Gelegenheit verschenkt 5/10
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