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28 Days Later (2002)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 12.10.2006, seitdem 341 Mal gelesen


Um mal wieder frischen Wind ins Zombiegenre und vor allem in den englischen Film zu bringen, nahm sich Regisseur Danny Boyle ( The Beach ) dem Projekt " 28 Days Later " an. Das Drehbuch stammt von dem Briten Alex Garland.
Auf jeden Fall hatte man schon lange nichts mehr aus der englischen Ecke gehört. Die Franzosen brachten einen Film nach dem Anderen in die Kinos, also wollte mn sich hier auch mal wieder melden.
Der Film spaltet das Publikum ziemlich stark, entweder man findet ihn richtig schlecht, oder kann sich daran erfreuen, zumindest wir Horrorfans können es.
Dabei hat " 28 Days Later " eigentlich nicht viele neue Ideen. Man bedient sich ordentlich bei Romeros " Dawn of the Dead und Day of the Dead " nur erfährt man hier mehr über den Infizierung und von wo sie herkam.

Inhalt:
Eine Gruppe von Tierschützer bricht in eine Versuchslabor ein und befreit dort ein paar Tiere. Doch einige sind mit " Wut " infiziert und diese übertragen den Virus schnell auf die Menschen.
28 Tage später wacht der Fahrradkurier Jim ( Cillian Murphy ) im Krankenhaus auf und merkt bald dass er in ganz London allein ist. Doch bald wird er von den ersten Infizierten angefallen und trifft dann auf Celina ( Naomie Harris ), auch eine Überlebende. Mit ihr, einem Vater und Tochter flieht er zum letzten Stützpunkt in der Nähe von Manchester. Dort treffen sie glücklicherweise auf ein paar Soldaten. Doch sie merken, dass die Gefahr nicht nur von den Infizierten ausgeht.

In den 80er Jahren kamen massen weise Zombie filme auf den Markt, leider waren Viele davon Totalschrott. In den 90er Jahre ließ man dieses Thema auf der Seite liegen, da ist es um so schöner, dass wir jetzt endlich mal wieder so einen Genrevertreter zu sehen bekommen und auch noch einen sehr guten. Zwar bedient man sich hier ordentlich an dirversen Klassikern, kann aber trotzdem mit eigenen Ideen punkten.
Auch hier sind wieder die Menschen an ihrem eigenen Untergang schuld, es wird mal wieder an einem Heilmittel gebastelt und daher hat man ein paar Affen den Virus " Wut " infiziert, welcher sich rasend schnell verbreitet.
Hier dauert es nicht so lang bis man sich verwandelt und man muss auch nicht tot sein um dann wiederzukommen. Innerhalb von 20 Sekunden verwandelt sich ein normaler Mensch in eine wütende Bestie und fällt über die nicht Infizierten her. Da sich dieses Virus so rasend schnell verbreitet, hat es innerhalb von 28 Tagen fast ganz England erwischt.
Infizieren kann man sich viel leichter als bei den Zombies. man muss nicht erst gebissen werden, es reicht ein Tropfen Blut, oder eine kleine Verletzung und man verwandelt sich sofort.
Außerdem bleiben das normale Menschen, sie sind schneller und kräftiger denn je und lassen sich durch nichts aufhalten, so stark ist ihr Blutdurst. Dafür sterben sie auch schneller als herkömmliche Zombies, wenn sie eine Weile kein Blut hatten, dann werden sie immer dünner und sterben und genau deshalb hat man " 28 Days Later " auch einen guten Ausgang gegeben und hebt sich somit von den anderen Zombiefilmen ab, welche meistens ein schlechtes Ende besitzen.

Der Anfang erinnert stark an " Zombie " das verlassenen London, diese Leere, aber trotzdem kann hinter jeder Ecke ein Infizierter lauern. Spannender hätte Boyle das kaum inszenieren können. Die Atmosphäre ist hier wirklich unglaublich unheimlich, man muss sich aber erst etwas an die DV Optik gewöhnen, es ist nicht gerade mein Fall, aber es passt unheimlich gut zu den tristen Bildern.
Leider lässt die Atmosphäre später etwas nach, wenn man sich zu dem Stützpunkt begibt und über Land fährt, wo keine Gefahren lauern, außer einmal ein Zombiekind ( Verbeugung vor Romero ). Später bedient man sich an " Day of the Dead ", denn auch hier werden die Soldaten zur echten Gefahr. Im Finale kommt diese unheimliche Spannung wieder zurück.
Der Score von John Murphy verstärkt die unheimlich Atmosphäre ungemein und untermalt vor allem die Leere perfekt. Auch wenn es mal rasanter wird, gibt es die passenden Sounds.

Nur auf Gore muss man hier größtenteils verzichten. Die FSK 18 Freigabe ist schon berechtigt, aber Danny Boyle setzt hier sehr geschickt eine schnelle Schnitttechnik ein, damit man die Brutalitäten nicht so zu Gesicht bekommt. Einige blutige Einschüsse, menschliche Fackeln, oder ansatzweise Fressorgien bekommt man schon zu sehen. Aber mit den früheren Zombiefilmen kann man lang nicht mithalten. Aber man wollte die Indizierung auf jeden Fall umgehen.
Trotzdem fließt genug Blut und auch mit dem Make up hat man tolle Arbeit geleistet. Die Infizierten sehen sehr gruselig aus, kotzen ganze Blutschwälle aus und haben knallrote Kontaktlinsen in den Augen.

Auch die Darsteller lassen keine Wünsche offen, vor allem das junge Talent Cillian Murphy, welcher den Jim verkörpert, spielt seine Rolle wirklich sehr glaubwürdig. Zwar ist seine Verwandlung zum eiskalten Mörder am Ende etwas überzogen, aber er war eindeutig die richtige Wahl.
Sonst recht bekannt ist noch Cristopher Eccleston, welcher schon in diversen Filmen mitgespielt hat, doch der rest des Feldes kenne ich nicht. Man hat hier genau das gleich Prinzip angwendet, welches Romero verwendet hat. Nehme lauter unbekannte Darsteller, denn sie können die Menschen am menschlichsten herüber bringen. Hat auch hier funktioniert.

Fazit:
Es weht frischer Zombiewind aus England. Sehr gelungener Mix aus " Zombie und Day of the Dead ". Hat einige unheimlich spannende Momente und eine starke Atmosphäre, welche aber gegen Ende etwas nach lässt. Auch der Score ist mehr als gelungen. Ein paar blutige Effekte werden uns auch nicht vorenthalten, aber man hält sich sehr zurück. Es kann sein dass Manche die DV Optik stört. Die Darsteller sind allesamt glaubwürdig und überzeugen in ihren Rollen, vor allem der junge Cillian Murphy. Insgesamt ein toller und sauspannender Horrofilm, den die Fans mit Freude sehen werden. ich kann eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.


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